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SPD:Freie Universität Berlin entzieht Giffey den Doktortitel

Franziska Giffey im Wahlkampf - Teestube Neukölln

"Ich bedauere, wenn mir dabei Fehler unterlaufen sind": Franziska Giffey.

(Foto: dpa)

Der Doktorgrad der ehemaligen Familienministerin sei durch "Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung" erworben worden, teilt die Hochschule mit.

Die Freie Universität Berlin entzieht der ehemaligen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) den Doktortitel. Das Präsidium habe dies nach umfassender Beratung einstimmig beschlossen, teilte die Hochschule am Donnerstag nach einer Überprüfung der Dissertation der Berliner SPD-Landesvorsitzenden mit.

Der Doktorgrad sei durch "Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung" erworben worden, so die Hochschule zur Begründung. Es seien Texte und Literaturnachweise anderer Autorinnen und Autoren übernommen worden, ohne dass dies hinreichend gekennzeichnet worden sei.

Giffey teilte mit, sie akzeptiere die Entscheidung. "Nach wie vor stehe ich zu meiner Aussage, dass ich die im Jahr 2009 eingereichte Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst habe", sagte sie. Fehler, die ihr dabei unterlaufen sind, seien weder beabsichtigt noch geplant gewesen.

Im Herbst 2019 hatte die FU Giffey nur eine Rüge erteilt

Nach langen Diskussionen über ihre Doktorarbeit und die Plagiatsvorwürfe gab Giffey im Mai das Amt der Bundesfamilienministerin auf. Sie machte damals bereits öffentlich, dass sie auch bei einem Entzug des Doktortitels an ihrer Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin im September festhalten will. Giffey will als Nachfolgerin von Michael Müller (SPD) Regierende Bürgermeisterin werden.

Im Herbst 2019 hatte die FU Giffey wegen Mängeln in ihrer Dissertation eine Rüge erteilt, ihr aber den Titel nicht entzogen. Nach Kritik an diesem Verfahren kündigte die FU eine neuerliche Prüfung durch ein neues Gremium an. Die Rüge sei aufgehoben worden, teilte die Hochschule am Donnerstag weiter mit.

Giffey hatte wiederholt erklärt, sie habe die Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Im vergangenen November - noch während des Prüfverfahrens an der FU - hatte sie entschieden, den Doktortitel nicht mehr zu führen.

© SZ.de/dpa/fued/kast
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