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Früherer US-Präsident:Bush senior: Meinem Sohn wurde schlecht gedient

George Bush senior im Jahr 2012

(Foto: AFP)

Schadet das Erbe von George W. Bush seinem Bruder Jeb auf dem Weg zur US-Präsidentschaft? Jetzt schaltet sich der Vater ein - und schiebt alles auf Dick Cheney und Donald Rumsfeld.

Der frühere US-Präsident George Bush hat wichtige Personen der umstrittenen Präsidentschaft seines Sohnes George W. (2001- 2009) harsch kritisiert. Nach jahrelangem Schweigen äußert sich Bush senior in seiner nächste Woche erscheinenden Biografie über den damaligen Vizepräsidenten Dick Cheney und über Verteidigungsminister Donald Rumsfeld - beide kommen schlecht weg.

Cheney etwa habe sein eigenes Imperium erschaffen: "Der große Fehler, der gemacht wurde, war, Cheney sein eigenes Außenministerium mitbringen zu lassen", sagte Bush senior. Cheney gilt als eine der treibenden Kräfte hinter dem "Krieg gegen den Terror", den die USA als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 ausgerufen hatten. Dazu zählt die völkerrechtswidrige Invasion in den Irak im Jahr 2003. Cheney sei wie ein "Hardliner" aufgetreten und habe zu viel Einfluss gehabt, beklagt Bush senior.

Rumsfeld wiederum, als Verteidigungsminister ebenfalls großer Befürworter des Irakkrieges, wird von Bush als "arroganter Typ" bezeichnet, der dem Präsidenten "schlecht gedient" habe.

Die harsche Rhetorik habe Bush junior geschadet

Für seinen ältesten Sohn George W. hat Bush Senior vor allem Lob übrig, jedoch sei dieser allein dafür verantwortlich, dass Cheney und Rumsfeld zu viel Macht im Kabinett erlangt hätten. Was dem 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten vorzuwerfen sei: zu harsche Rhetorik. "Die Rede von der 'Achse des Bösen' und diese Dinge werden einmal historisch betrachtet niemandem genützt haben", so Bush.

George Bush war von 1989 bis 1993 der 41. Präsident der USA. Inzwischen ist er 91 Jahre alt und leidet an einer Form von Parkinson. Zu politischen Themen äußert er sich in jüngster Zeit wieder häufiger, da sein jüngerer Sohn Jeb als Dritter der Dynastie US-Präsident werden möchte. Für ihn sieht es jedoch im Vorwahlkampf der Republikaner alles andere als gut aus - und da ist es fraglich, ob die Biografie seines Vaters das Bild vom gelangweilten Politprofi noch ändern kann.

© Süddeutsche.de/fued/pamu
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