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Friedman-Affäre:Callgirl-Ring hatte weitere prominente Kunden

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Michel Friedman haben Fahnder offenbar Hinweise auf weitere illustre Freier osteuropäischer Prostituierter gefunden. In Sicherheitskreisen wächst die Sorge, dass belastende Videos über führende Politiker existieren könnten: "Dann haben wir ein echtes Sicherheitsrisiko."

Nach Angaben der Berliner Zeitung gehörte zum Kundenkreis der Prostituierten mindestens ein hochrangiges Vorstandsmitglied einer großen deutschen Partei sowie bekannte Medienvertreter und Sportfunktionäre.

Nach den Berichten über ein Video, das Friedman mit zwei Prostituierten zeigen soll, wachse in deutschen Sicherheitskreisen die Sorge, dass über andere Politiker ähnlich belastendes Material existieren könnte, schreibt das Blatt.

"Solche Videos in kriminellen Händen sind viel Geld wert", sagte ein Experte der Zeitung. "Wenn darauf sogar hohe Politiker zu erkennen sind, dann haben wir ein echtes Sicherheitsrisiko."

Bislang haben die Ermittler laut dem Bericht jedoch keine Hinweise auf weitere kompromittierende Videos mit anderen Kunden. Experten, die sich mit der organisierten Kriminalität befassen, schlossen gegenüber der Zeitung nicht aus, dass die Zuhälter als Rückversicherung oder für spätere Erpressungspläne entsprechende Filme angefertigt haben.

Friedman soll Medienberichten zufolge unter dem Namen "Paolo Pinkel" bei dem Callgirl-Ring Prostituierte angefordert haben. In seiner Wohung und Kanzlei waren vergangene Woche bei einer Durchsuchung drei Päckchen mit Resten eines Kokaingemischs beschlagnahmt worden. Eine Haarprobe soll Aufschluss darüber geben, ob der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland tatsächlich Drogen genommen hat.

(sueddeutsche.de/AFP)