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Friedensnobelpreis:Was aus den Preisträgern wurde

Der kolumbianische Präsident Santos erhält den Friedensnobelpreis. Die Auszeichnung ist mit großen Hoffnungen verbunden - nicht alle Preisträger haben sie erfüllt. Eine Auswahl.

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Ein Preis nach jahrzehntelangem Ringen

Colombian President Juan Manuel Santos wins Nobel Peace Prize 201

Quelle: dpa

Juan Manuel Santos war einer der großen Favoriten für den Nobelpreis 2016. Bis die kolumbianische Bevölkerung das von ihm ausgehandelte Friedensabkommen mit den Farc-Rebellen in einem Referendum knapp abgelehnt hat. Doch trotz dieses Votums hat sich das Nobelkomitee für Kolumbiens Präsidenten entschieden. Er erhält den Preis für seine Bemühungen, den Krieg in Kolumbien zu beenden. Fast vier Jahre lang haben Regierung und die Farc-Rebellen verhandelt, am 26. September wurde ein Vertrag unterzeichnet. Trotz des Referendums halten sowohl Santos als auch Farc-Chef Rodrigo Londoño am Waffenstillstand fest. Derzeit laufen Verhandlungen mit Gegnern des Vertrags, um etwaige Nachbesserungen zu vereinbaren. Der Krieg zwischen dem kolumbianischen Staat und den Farc begann vor 52 Jahren und ist der älteste und längste in Lateinamerika.

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Barack Obama:Der Preis als Bürde

Friedensnobelpreis - Barack Obama

Quelle: dpa

Gerade einmal neun Monate war US-Präsident Barack Obama im Amt, als das Komitee in Oslo ihm den Friedensnobelpreis verleiht. Damals galt er als Hoffnungsträger einer ganzen Nation und stand für eine Welt ohne Atomwaffen und Kriege. "Außergewöhnlich" seien Obamas Bemühungen um ein friedliches Zusammenleben der Völker, begründete das Komitee seine Wahl. Kurz vor den neuerlichen US-Wahlen hat sich keine der Hoffnungen erfüllt: Die Lage in Syrien? Wohl komplizierter denn je. Das Verhältnis zu Russland? Angespannt. Und Atomsprengköpfe lagern auch heute in noch mindestens neun Staaten.

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Al Gore:Der Umweltmissionar

Inspiration360 in Amsterdam

Quelle: dpa

Al Gore sensibilisierte die Weltöffentlichkeit für den Klimawandel und setzte das Thema auf die Agenda der US-Politik. Zusammen mit dem Uno-Klimarat erhält der ehemalige Vize-Präsident 2007 den Nobelpreis. Mit seinem Oscar-prämierten Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" macht er auf die Folgen der drohenden Erderwärmung aufmerksam. Noch heute gibt es in seinem Land Skeptiker, die bezweifeln, dass es tatsächlich einen Klimawandel gibt. Gleichzeitig haben die USA den Klimavertrag von Paris mittlerweile ratifiziert - noch vor der EU.

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Kim Dae-jung:Hinter feindlichen Linien

File photo of North Korean leader Kim Jong-il and South Korean President Kim Dae-jung embracing at Sunan airport

Quelle: REUTERS

Das erste Treffen zweier Männer, die verschiedener nicht sein könnten: Südkoreas Präsident Kim Dae-jung (r.) will den jahrelangen Zwist auf der koreanischen Halbinsel friedlich lösen. Im Jahr 2000 erhält er den Nobelpreis, nachdem er für Verhandlungen zum Despoten Kim Jong-il nach Pjöngjang gereist ist - eine symbolische Begegnung, die heute undenkbar scheint. Erst kürzlich drohte Nordkorea Seoul mit einem Atomschlag.

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Nelson Mandela:Freiheitskämpfer für Südafrika

NORWAY-SAFRICA-HEALTH-MANDELA

Quelle: AFP

Nach seiner 27-jährigen Haftstrafe beendet Nelson Mandela die Apartheid in Südafrika und wird zum ersten schwarzen Präsidenten gewählt. Zusammen mit seinem Vorgänger Frederik Willem de Klerk, der ihn aus dem Gefängnis entlassen hatte, erhält Mandela 1993 den Friedensnobelpreis und reformiert das gespaltene Land. Doch auch heute gehört der Rassismus in dem afrikanischen Staat zum Alltag - bis zu Mandelas "Regenbogennation", wie er sie nannte, ist es noch ein weiter Weg.

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Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkol Karman:Die Mutigen

Nobel Peace Prize winners pose with their awards during a ceremony in Oslo

Quelle: REUTERS

Es ist kein Geheimnis, dass in Oslo überwiegend Männer ausgezeichnet werden, umso wichtiger ist die Verleihung im Jahr 2011. Damals geht die Auszeichnung an die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, die Friedensaktivistin Leymah Gbowee und die Frauenrechtlerin Tawakkol Karman. Sie haben zusammen die Demokratiebewegung in Afrika gestärkt und sich weltweit für die Rechte der Frauen eingesetzt.

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Europäische Union:Das Sorgenkind

Europa-Flagge

Quelle: dpa

Ein aus heutiger Sicht wohl umstrittener Preisträger: Nach all den schrecklichen Gräueltaten während des Zweiten Weltkriegs konnte die Europäische Union den Kontinent stabilisieren und sorgt seitdem für Frieden in Europa. Dem Komitee war das 2012 der Nobelpreis wert. In der Flüchtlingskrise muss die EU derzeit beweisen, wie sehr sie tatsächlich zusammenhalten kann. Während in Osteuropa die Hardliner regieren und sich zunehmend von Brüssel distanzieren, steht die Zukunft der europäischen Integration nach dem Brexit auf der Kippe.

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Jassir Arafat, Schimon Peres und Jitzchak Rabin:Die Friedensstifter

Friedensnobelpreis - Arafat, Peres und Rabin

Quelle: dpa

1994 lädt man gleich drei historische Persönlichkeiten nach Oslo ein. Für die Verdienste um eine Beilegung des Nahost-Konflikts erhält das palästinensisch-israelische Trio den Nobelpreis. Die Auszeichnung des Fatah-Anführers Arafat ist umstritten. An dieser Stelle beweist das Komitee, dass es auch Versuche der Aussöhnung anerkennt - das Hoffen auf einen baldigen Frieden hatte schnell ein Ende, als Rabin kurze Zeit später von einem jüdischen Fundamentalisten erschossen wurde. Heute könnte der Konflikt verfahrener nicht sein, regelmäßig haben beide Seiten Todesopfer zu beklagen.

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Michail Gorbatschow:Der Modernisierer

Michail Gorbatschow

Quelle: dpa

Ohne ihn gäbe es heute vielleicht kein vereintes Deutschland: Michail Gorbatschow leitete eine demokratische Reform in der Sowjetunion ein und war entscheidend daran beteiligt, den Kalten Krieg zu beenden. Als letztes Staatsoberhaupt der Sowjetunion erhält er 1990 den Friedensnobelpreis.

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Quartet du dialogue national:Die Überraschung aus Tunesien

The 2015 Nobel Peace Prize laureates, Tunisian National Dialogue Quartet members attend a press conference in Oslo

Quelle: REUTERS

Auch weniger bekannte Nominierte haben eine Chance auf den Nobelpreis, wie der Fall der tunesischen Plattform aus dem Jahr 2015 zeigt. Das Quartett aus Gewerkschaftsverband, Arbeitgeberverband, Menschenrechtsliga und Anwaltskammer bewahrte das Land vor dem Chaos, als es am Rande eines Bürgerkriegs stand. Das Komitee würdigt die Leistung als "alternativen, friedlichen politischen Prozess".

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Willy Brandt:Eine Geste für die Ewigkeit

Friedensnobelpreis - Willy Brandt

Quelle: dpa

"Ich erhalte soeben die Nachricht, dass die Nobelpreiskommission des norwegischen Parlaments heute dem Herrn Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland den Friedensnobelpreis verliehen hat", waren die Worte mit denen Bundestagspräsident Kai-Uwe von Hassel 1971 eine Haushaltssitzung unterbrochen hatte. Mehrere Male waren Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl und Angela Merkel für den Friedensnobelpreis nominiert - als einziger Kanzler gewonnen hat ihn bisher nur Willy Brandt. Die dänischen Sozialdemokraten hatten ihn für seine diplomatische Ostpolitik vorgeschlagen. Mit dem Kniefall von Warschau leitete Brandt die Entspannungspolitik gegenüber den Sowjets ein.

© SZ.de/atr/anri/ghe

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