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Friedensnobelpreis:Freude trotz Affront

Westliche Großmächte schicken ihre Botschafter nicht zur Ehrung für die Internationale Anti-Atomwaffen-Kampagne.

(Foto: Odd Andersen/AFP)

Beatrice Fihn hatte eine Symbolfigur zur Seite, als sie am Sonntag in Oslo den Friedensnobelpreis entgegennahm: Setsuko Thurlow, 85, eine Überlebende des Atombombenabwurfs auf die japanische Stadt Hiroshima am 6. August 1945 (links). Fihn (rechts) ist Geschäftsführerin der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen Ican, die es seit zehn Jahren gibt und die maßgeblich an dem UN-Vertrag zum Verbot von Atomwaffen mitgewirkt hat, der im Juli die Unterstützung von 122 Staaten fand. Die Atommächte und ihre Partner - darunter fast alle Nato-Staaten, auch Deutschland - lehnen den Verbotsvertrag ab. Die USA, Großbritannien und Frankreich schickten deshalb auch nicht ihre Botschafter zur Zeremonie nach Oslo, auf der Fihn noch einmal für die Abschaffung der nuklearen Bomben warb: "Es ist Wahnsinn, sich von diesen Waffen beherrschen zu lassen", sagte die Ican-Chefin, diese seien wie "die Waffe eines Wahnsinnigen permanent an unserer Stirn". Die Hiroshima-Überlebende Thurlow ergänzte: "Jede Sekunde, jeden Tag gefährden Atomwaffen jeden, den wir lieben und alles, was uns wichtig ist. Diesen Wahnsinn dürfen wir nicht länger tolerieren."

© SZ vom 11.12.2017 / SZ
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