Friedensnobelpreis:Ehrung ohne Geehrten

Zur Verleihung des Friedensnobelpreises kamen Monarchen, Staatsoberhäupter und Hollywood-Stars in das Osloer Rathaus. Es war der Stuhl in der Mitte des Nobel-Komitees, der leer blieb - Liu Xiaobos Stuhl.

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Zur Verleihung des Friedensnobelpreises kamen Monarchen, Staatsoberhäupter und Hollywood-Stars in das Osloer Rathaus. Es war der Stuhl in der Mitte des Nobel-Komitees, der leer blieb - Liu Xiaobos Stuhl. Zu der Vergabe-Zeremonie in Oslo kamen die Vertreter zahlreicher Staaten - und auch das Gastgeberland sandte seinen höchsten Repräsentanten.

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König Harald (links) erschien gemeinsam mit Königin Sonja und dem Vorsitzenden des Nobel-Komitees, Thorbjorn Jagland, im Rathaus der norwegischen Hauptstadt.

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Der frühere Ministerpräsident Jagland betonte in seiner Ansprache, der Preisträger Liu Xiaobo habe nichts falsch gemacht - schließlich stünden die Menschenrechte auch in Chinas Verfassung.

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"Liu muss freigelassen werden", forderte Jagland und schloss seine Ansprache mit einem Seitenhieb auf jene Länder, die dem Boykottaufruf Chinas gefolgt und der Verleihung ferngeblieben waren: Während einige nur auf ihre kurzfristigen Interessen schauzen, habe das Nobelpreiskomitee "einmal mehr entschieden, diejenigen zu unterstützen, die für uns alle kämpfen", sagte Jagland.

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Eigentlich würden nach Jaglands Rede Medaille und Urkunde an den Preisträger übergeben - doch Liu sitzt seit zwei Jahren in einem chinesischen Gefängnis. Auch seine Frau kann die Auszeichnung nicht an seiner Statt entgegennehmen: Sie steht in ihrer Pekinger Wohnung unter Arrest. Es war die zweite "Zeremonie des leeren Stuhls" in der Geschichte des Nobelpreises. Zuletzt konnte der Preis an den deutschen Friedensaktivisten Carl von Ossietzky nicht übergeben werden - im Jahr 1936.

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So blieb Lius Stuhl demonstrativ leer. Für ihn war der Ehrenplatz an Jaglands Seite, in der Mitte des Nobel-Komitees, reserviert. Dem Gremium, das über die Vergabe des Preises entscheidet, gehören neben Jagland Kaci Kullmann Five, Sissel Marie Roenbeck, Inger-Marie Ytterhorn und Aagot Valle an. Ganz rechts sitzt Geir Lundestad, Direktor des Nobelpreis-Instituts.

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Unter den geladenen Ehrengästen war auch der chinesische Regimekritiker Yang Jianli. Der Menschenrechtler, der auch bei den Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 dabei war, lebt in den USA. Die Dame, die Yang hier so herzlich umarmt ...

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... ist die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi.

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Nicht nur Politiker erwiesen dem inhaftierten Nobelpreisträger die Ehre. Auch US-Schauspieler Denzel Washington war mit seiner Frau Pauletta nach Norwegen gereist.

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