Die chinesische Führung reagierte empört. Liu sei "ein Krimineller", der wegen Gesetzesverstößen durch chinesische Justizorgane verurteilt worden sei, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. "Die Vergabe durch das Nobelpreis-Komitee an solche Leute widerspricht völlig dem Ziel des Preises." Es sei "eine Schmähung" des Friedensnobelpreises. Die Verleihung werde den chinesisch-norwegischen Beziehungen schaden. Zudem zensierten die chinesischen Behörden Meldungen über die Bekanntgabe des Preisträgers in großem Stil. Die Übertragung des Senders CNN wurde gestört und beliebte Internetseiten entfernten die Berichterstattung über die Nobelpreise. Diese hatten in den Tagen zuvor in den naturwissenschaftlichen Sparten noch eine wichtige Rolle gespielt. Textbotschaften über den Twitter-ähnlichen Dienst Sina Microblog wurden schnell gelöscht. Selbst SMS mit den chinesischen Schriftzeichen für Liu Xiaobo konnten nicht verschickt werden.

Bild: REUTERS 8. Oktober 2010, 12:512010-10-08 12:51:19 © sueddeutsche.de/dpa/rtr/leja