Süddeutsche Zeitung

Friedensdemos:Ostermärsche im Zeichen der Ukraine-Krise

Die Krise in der Ukraine hat Ängste vor einem neuen militärischen Konflikt geweckt. Aktivisten rufen dazu auf, für Frieden auf die Straße zu gehen - aber an den Ostermärschen nehmen dieses Jahr nur wenige teil.

Zeichen gegen Krieg, Atomwaffen und Kernenergie: Mehrere tausend Menschen haben sich am Wochenende an den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung beteiligt, unter anderem in Essen, Köln, München, Frankfurt an der Oder, Mainz und Wiesbaden. An diesem Montag gehen die Protestzüge zuende.

Insgesamt waren seit Karfreitag bundesweit etwa 80 Veranstaltungen geplant. Allerdings fanden die Demonstrationen diesmal nur mäßigen Zulauf - in den 1980er Jahren hatte das atomare Wettrüsten zwischen Ost und West bis zu eine Million Menschen zu den Ostermärschen gelockt.

In Berlin schlossen sich nach Angaben der Veranstalter etwa 1000 Menschen dem Ostermarsch an. Die Demonstranten hielten Schilder hoch mit Slogans wie "Keine Rüstungsexporten", "Nein zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr" und "Macht endlich Schluss mit Rassismus, Militarismus, Faschismus, Krieg!".

Ein wichtiges Thema bei den Märschen ist die politische Krise in der Ukraine. In Frankfurt an der Oder waren mehrere Gruppierungen unter dem Motto "Nato- und EU-Kriege stoppen" auf die Straße gegangen.

Gegen Abschottung der EU

Auch gegen die Abschottung der europäischen Grenzen wollten die Demonstranten etwa fünf Wochen vor der Europawahl ein Zeichen setzen. "Flüchtlinge dürfen nicht mit Gewalt von den Grenzen abgewiesen werden", verlangte Joachim Schramm, Sprecher des Organisationskreises Ostermarsch Rhein Ruhr.

Im Ruhrgebiet stiegen am Sonntag etwa 150 Friedensaktivisten auf Fahrräder um. Zum Auftakt protestierten die Atomkraft- und Kriegsgegner vor der Konzernzentrale des Energieversorgers RWE gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau, an der das Unternehmen Anteile hält.

Die Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, rief angesichts der Lage in der Ukraine, Syrien und Afrika zur Teilnahme an Ostermärschen auf: "Lasst uns für Frieden beten und in den Ostermärschen dafür auf die Straße gehen", erklärte Junkermann in ihrer Osterpredigt in Magdeburg.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.1940464
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ.de/dpa/AFP/fran/hai
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.