Fremdenhass in Südafrika Beschossen, beraubt und ausgepeitscht

In einem Vorort von Johannesburg haben Südafrikaner Menschen aus den Nachbarländern Simbabwe und Mosambik attackiert. Die Bilanz der Gewalt: drei Tote.

Bei ausländerfeindlichen Ausschreitungen sind in Südafrika mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Wie südafrikanische Medien am Dienstag berichteten, wurden 60 Menschen verletzt.

Flucht vor dem Mob: ein Mann verlässt mit seinem Hab und Gut die Krawallzone bei Johannesburg

(Foto: Foto: dpa)

Hunderte ausländische Bewohner des Alexandra-Townships in Johannesburg, vorwiegend Mosambikaner und Simbabwer, seien in Panik zu einer Polizeistation geflüchtet.

Dabei seien sie von südafrikanischen Nachbarn beraubt und bedroht worden. Die Übergriffe hatten bereits am Sonntag begonnen und hielten auch in der Nacht zum Dienstag noch an. Die Polizei war mit 500 Einsatzkräften vor Ort und nahm 39 Südafrikaner fest.

Das Rote Kreuz begann am Dienstag mit der Versorgung der verängstigten Menschen. Die meisten wollten nicht zurück in die Wohnsiedlung, da die südafrikanischen Bewohner weiter mit gewaltsamer Vertreibung drohen.

Während Regierungsmitglieder und Hilfsorganisationen die Ausschreitungen als inakzeptabel verurteilten, erklärte der Vize-Vorsitzende des Instituts für Rassenbeziehungen, Frans Cronje: "Ich bin nicht überrascht." Südafrika habe bis zu fünf Millionen Menschen aus afrikanischen Nachbarländern, aber kaum eine angepasste Einwanderungspolitik. Das führe zwangsläufig zu Problemen.

Den Medienberichten zufolge kam es zu schweren Ausschreitungen, nachdem die Bewohner den Ausländern ein Ultimatum zum Verlassen des Townships gesetzt hatten.

Randalierende Bewohner hätten systematisch Türen aufgebrochen, Ausländer verprügelt und ausgeraubt. "Die haben diese Menschen mit Steinen beworfen, auf sie geschossen, einige von ihnen ausgepeitscht und sie ausgeraubt", sagte ein Polizist. Die Sicherheitskräfte setzten zum Teil auch scharfe Munition und gepanzerte Mannschaftstransporter ein.

Nach Schätzungen leben bis zu drei Millionen Simbabwer in Südafrika, die vor dem Chaos in ihrem eigenen Land geflohen sind. Bereits vor einigen Wochen hatte es Tote bei ausländerfeindlichen Übergriffen im Atteridgeville-Township bei Pretoria gegeben.