Angela Merkel, 60, ist auch dann entschiedene Befürworterin des Freihandels, wenn es Journalisten um sie herum gar nicht hören wollen. Auf vielen Auslandsreisen hat die Kanzlerin in den vergangenen Jahren zum Beispiel immer wieder auf Fortschritte in der Doha-Runde gedrängt, was in den Medien selten Niederschlag fand. Auch das europäisch-amerikanische Freihandelsabkommen TTIP hält Merkel für sehr wichtig.

Sie verspricht sich davon wirtschaftliche Impulse und höheres Wachstum - für beide Seiten. Folglich lehnt sie ein Aussetzen der Verhandlungen als Konsequenz aus der NSA-Affäre und der Bespitzelung deutscher und europäischer Partner durch die USA ab, weil die EU damit ihren eigenen Interessen schade. Vor allem aber argumentiert sie, dass Staaten und Regionen kreuz und quer Handelsabkommen abschlössen oder verhandelten - ihr Lieblingsbeispiel sind dabei China und die Schweiz. Deshalb, so Merkel, wäre es absurd, wenn ausgerechnet die beiden wichtigsten Wirtschaftsräume, USA und Europa, dazu nicht in der Lage sein sollten.

Nico Fried

Bild: AFP 13. August 2014, 13:512014-08-13 13:51:55 © Süddeutsche.de/anri/sebi