Michael Froman, 51, ist Fan grenzenloser Geld- und Handelsflüsse - nicht nur, weil er mal 490 000 Dollar in einem Fonds auf den Cayman-Inseln hatte und auf die Zinsen extrawenig Steuern zahlte. Barack Obama hat dem Kalifornier die TTIP-Diplomatie anvertraut und ihn zu seinem obersten Handelsbeauftragten gemacht.

Die beiden waren schon Kommilitonen in Harvard. Transparenz sei wichtig, betont Froman oft: "Da muss die Öffentlichkeit mit einbezogen werden, um zu verstehen, worüber verhandelt wird." Aber gerade in den USA haben ausgewählte Lobbyisten besseren Zugang zu Dokumenten als Abgeordnete.

Froman vereint außenpolitische Erfahrung mit Kenntnis der Finanzwelt. Nach der Uni beriet er in Albanien Juristen beim Versuch, den Rechtsstaat aufzubauen. Er saß im Nationalen Sicherheitsrat von Bill Clinton und arbeitete für die Citigroup. Das erscheint manchen als perfekte Eignung für Handelsgespräche, anderen als unseliges Beispiel für die "Drehtür" zwischen Pennsylvania Avenue - in der das Weiße Haus steht - und der Wall Street.

Jannis Brühl

Bild: Alex Wong/AFP 13. August 2014, 13:512014-08-13 13:51:55 © Süddeutsche.de/anri/sebi