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Frauen in der CDU:"Auch eine Henne weiß, wann die Sonne aufgeht"

In der CDU, in der sich die heutige Kanzlerin einst als "Kohls Mädchen" bezeichnen lassen musste, regieren heute Merkels Mädchen. Sie machen das mit erstaunlich wenig Aufhebens um ihre neue Macht. "Auch eine Henne weiß, wann die Sonne aufgeht, aber deswegen muss sie nicht jedes Mal krähen", sagt Ilse Aigner so gerne. Die mächtige Oberbayern-Chefin der CSU ist auch so eine aufstrebende Unionistin.

Ilse Aigner CSU

"Auch eine Henne weiß, wann die Sonne aufgeht, aber deswegen muss sie nicht jedes Mal krähen", sagt Ilse Aigner so gerne.

(Foto: dapd)

Sie ist auf dem Sprung, die erste bayerische Ministerpräsidentin zu werden. Denn auch die CSU ist nicht mehr die Partei der schenkelklopfenden Männer. Spitzenkandidat der Christsozialen bei der Bundestagswahl ist zum ersten Mal eine Frau: Gerda Hasselfeldt. Peter Ramsauer, der Mann mit dem "Wickelvolontariat", steht dafür auf dem Abstellgleis.

Und so gilt inzwischen: Die SPD hat die Quote, die Union hat die Frauen. Die Bundestagswahl 2013 wird deshalb auch ein interessantes Experiment: Werden die Wählerinnen die Frauen oder die Frauenpolitik zum Maßstab machen? Denn mit der Frauenpolitik ist es bei der CDU immer noch nicht weit her. Einen Überschuss an Feminismus hat ihr zumindest noch niemand attestiert.

In Hannover drängt die CDU die weißen Männer aber auch noch an der zweiten Front zurück. Die Partei will für Bürger mit Migrationshintergrund attraktiver werden. In Deutschland sind mehr als fünf Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln wahlberechtigt, die CDU schneidet in dieser Gruppe relativ schlecht ab. Deshalb will sie jetzt den Anteil der Migranten in ihrer Führung von zwei auf vier verdoppeln. Bisher sitzen lediglich die Berliner Gesundheits-Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner und die Europa-Abgeordnete Godelieve Quisthoudt-Rowohl im Bundesvorstand. Unter den vier Migranten, die jetzt zur Wahl stehen, sind übrigens drei Frauen.