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Frau des ehemaligen Vizekanzlers:Michelle Müntefering strebt in den Bundestag

Nach Franz Müntefering will nun auch Michelle, die Frau des früheren Vizekanzlers, für die SPD in den Bundestag einziehen. Sie ist in guter Gesellschaft, was den Karrierestart betrifft: Zuvor hatte Altkanzlergattin Doris Schröder-Köpf ihre Kandidatur für den Landtag bekanntgegeben.

Michelle Müntefering, Frau des ehemaligen Vizekanzlers Franz Müntefering, will in den Bundestag einziehen. Einem Bericht von derwesten.de zufolge will die 31-Jährige bei der Bundestagswahl 2013 für den Wahlkreis Herne/Bochum II antreten. Die Geschäftsstelle der SPD im Unterbezirk Herne bestätigte die Kandidatur auf Nachfrage von Süddeutsche.de. Die Politikerin habe die Partei bei einem Vorstandstreffen am Montagabend in ihre Pläne eingeweiht.

Müntefering heiratet laut Zeitung Lebensgefährtin

Michelle Müntefering, hier 2009 bei einem Presseabend in Berlin, will ihrem Mann Franz in den Bundestag folgen.

(Foto: dpa)

Müntefering ist in guter Gesellschaft, was die Karriere prominenter Gattinen ehmaliger SPD-Politiker angeht: Am Montag war bekanntgeworden, dass Altkanzlergattin Doris Schröder-Köpf aktiv Politik machen will. Ihr Ziel ist es, für die SPD in den niedersächsischen Landtag einzuziehen. Allerdings muss sich die Ex-Journalistin noch gegen eine interne Konkurrentin durchsetzen, die den Wahlkreis bislang vertritt.

Michelle Müntefering hat es womöglich leichter: Der bisherige Vertreter des Wahlkreises, der 64-jährige Gerd Bollmann, will bei der Bundestagswahl 2013 nicht mehr antreten. Zudem hat er Vorarbeit geleistet: Der SPD-Abgeordnete war bei der Bundestagswahl 2009 mit mehr als 50 Prozent der Erststimmen direkt gewählt worden. Eine endgültige Entscheidung, wer 2013 für den Wahlkreis ins Rennen geht, fällt allerdings erst nach den Sommerferien. Wie Schröder-Köpf könnte aber auch Müntefering noch Konkurrenz bekommen: Die Herner Stadtverordnete Anke Hildenbrand hat ebenfalls ihre Bereitschaft für eine Kandidatur erklärt.

Jüngstes Mitglied im Landesvorstand

Der Einzug in den Bundestag wäre für Michelle Müntefering ein logischer Schritt in ihrer politischen Karriere. Seit 1999 ist sie SPD-Mitglied, seitdem hat sich die ausgebildete Kinderpflegerin in der Partei verdient gemacht: Zunächst als stellvertretende Unterbezirksvorsitzende, später als Stadtverordnete im Rat ihrer Heimatstadt Herne. 2004 wurde sie als jüngstes Mitglied in den Landesvorstand der NRW-SPD gewählt.

Fünf Jahre später rückte Michelle Müntefering, geborene Schumann, in den Fokus der Öffentlichkeit, als der damalige SPD-Chef Franz Müntefering seine Beziehung mit der 40 Jahre jüngeren Politikerin bekanntgab. Die Eheschließung erfolgte noch im selben Jahr.

Franz Müntefering sitzt, mit Unterbrechungen, seit 1975 für die SPD im Deutschen Bundestag. Bereits im vergangenen Sommer kündigte er an, bei der nächsten Bundestagswahl möglicherweise nicht mehr für ein Mandat antreten zu wollen. "Bei normalem Verlauf der Dinge ist die Wahrscheinlichkeit groß, 2013 aus dem Bundestag auszuscheiden", sagte er damals im einem Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. Sollte er seine Ankündigung wahr machen, wäre Platz für junge Nachrücker - wie seine eigene Frau Michelle.