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Frankreich:Reaktionen auf Nizza: "Deutschland steht an Frankreichs Seite"

  • In Nizza ist ein Lkw-Fahrer in eine Menschenmenge gerast. Behörden befürchten, dass mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen sind.
  • Nizzas Ex-Bürgermeister Christian Estrosi beschreibt die Tat als "größte Tragödie in der Geschichte von Nizza."
  • Politiker weltweit reagieren entsetzt und bekunden ihre tiefe Trauer. Die Reaktionen im Überblick.

Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, schreibt auf Twitter, dass die Städte Nizza und Paris vereint seien. "Im Namen aller Pariser, unsere brüderliche Unterstützung gilt den Menschen von Nizza." Frankreichs Hauptstadt wurde im Laufe von wenigen Monaten von zwei Terroranschlägen getroffen. Für beide Taten waren islamistische Terroristen verantwortlich.

US-Präsident Barack Obama meldete sich als einer der ersten Politiker. Er teilte mit, dass die USA an der Seite von Frankreich stehen: "Ich verurteile den Angriff in Nizza, der ein fürchterlicher Terroranschlag zu sein scheint, auf das Schärfste. Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Familien und geliebten Menschen der Verstorbenen."

Nicolas Sarkozy, ehemaliger Präsident des Landes, schreibt: "Tiefe Ergriffenheit und unermessliche Trauer angesichts der Attacke in Nizza."

Am Rande des Asem-Gipfels in der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator hat Bundeskanzlerin Angela Merkel Frankreich die volle Solidarität Deutschlands zugesichert: "Deutschland steht im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs." Sie sei sehr überzeugt, dass dieser Kampf "trotz aller Schwierigkeiten" gewonnen werden kann. Alle Teilnehmer des Gipfels seien "vereint in der Fassungslosigkeit über den massenmörderischen Anschlag in Nizza".

Bundespräsident Joachim Gauck spricht von "einem Angriff auf die gesamte freie Welt". Er habe mit Entsetzen bei seinem Staatsbesuch in Uruguay von dem Anschlag erfahren und dem französischen Präsidenten seine Anteilnahme ausgesprochen. Der Anschlag gelte den Werten der Französischen Revolution, "die auch unsere Werte sind", teilt der Bundespräsident mit.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärt: "Wir trauern mit Frankreich und stehen in diesen schweren Momenten fest an seiner Seite. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und dem ganzen französischen Volk."

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat den Franzosen sein Mitgefühl ausgesprochen: "Unsere Gedanken sind bei den Freunden und Angehörigen."

Bundesinnenminister Thomas de Maizière äußert sich über die Tat. Sie sei "unfassbar und einfach schrecklich", erklärt er in Berlin. "Ich bin tief erschüttert und mit meinen Gedanken bei den Angehörigen und den Verletzten. Dieses barbarische Morden muss endlich ein Ende haben."

Auch EU-Ratspräsident Donald Tusk ist erschüttert. "Wir stehen zusammen mit den Familien der Opfer, dem französischen Volk und der französischen Regierung im Kampf gegen Gewalt und Hass", sagt er zu Beginn des Asem-Gipfels in Ulan-Bator. Es sei "ein tragisches Paradox, dass die Zielpersonen der Attacke in Nizza jene Menschen waren, die Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit feierten".

Auch die Polizei in Orlando gibt sich solidarisch: "Wieder einmal brechen unsere Herzen für die Menschen in Frankreich. Die Polizei von Orlando steht an eurer Seite und trauert mit euch". In Orlando erschoss ein islamistischer Attentäter im Juni 49 Menschen in einem Gay-Club.

Donald Trump schreibt bei Twitter: "Erneut ein entsetzlicher Anschlag. Dieses Mal in Nizza." Auch der mutmaßliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner betont, dass die USA in "jeder Art und Weise" an der Seite Frankreichs stünde. Am Freitag um 17 Uhr deutscher Zeit wollte Trump öffentlich bekanntgeben, wen er als Vizepräsidenten ausgewählt hat. Diese Pressekonferenz wurde nun verschoben.

Auch der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den Lastwagen-Anschlag in Nizza mit mindestens 80 Toten als "barbarischen und feigen terroristischen Anschlag" scharf verurteilt. In einer Erklärung in der Nacht zum Freitag teilte der Sicherheitsrat sein tiefes Mitgefühl für die Familien der Opfer mit. Ebenso kondolierte er der französischen Regierung. Man hoffe, dass die Täter der terroristischen Tat zur Rechenschaft gezogen würden, hieß es darin.

Der neue britische Außenminister Boris Johnson meldet sich via Twitter: "Geschockt und traurig über die entsetzlichen Ereignisse in Nizza."

Die Türkei hat den Terrorangriff verurteilt und Frankreich Solidarität zugesichert. "Die modernen Barbaren, die diesen Angriff verübt haben, haben nichts mit Religion oder Menschlichkeit zu tun", teilt der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Ibrahim Kalin, mit. Ein gemeinsames Vorgehen gegen alle Formen des Terrorismus sei eine "globale Verpflichtung und Notwendigkeit".

Der russische Präsident Waldimir Putin hat ein Beileidstelegramm an den französischen Präsidenten geschickt. Er schreibt: "Wir haben einmal mehr gesehen, dass dem Terrorismus die menschliche Moral absolut fremd ist: seine Opfer sind unschuldige Zivilisten, darunter Frauen und Kinder."

© SZ.de/hatr/mati/lkr

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