Die rechtsnationale französische Führungsfigur Marine Le Pen wehrt sich in einem Berufungsverfahren gegen ihre Verurteilung wegen der Veruntreuung von Geldern und einen zeitweisen Ausschluss von Wahlen. Der bis Mitte Februar angesetzte Prozess begann unter großem Medienrummel vor einem Pariser Gericht. In erster Instanz war ihr mit sofortiger Wirkung das passive Wahlrecht für fünf Jahre entzogen worden. Würde dies bestätigt, könnte sie nicht für die Präsidentschaftswahl 2027 kandidieren. Vor Gericht stehen elf weitere Angeklagte sowie ihre Partei Rassemblement National. Der Prozess dreht sich um die mögliche Scheinbeschäftigung von Assistenten mehrerer Europaabgeordneter zwischen 2004 und 2016. Zentraler Vorwurf ist, dass Le Pens Partei – damals noch unter dem Namen Front National – Geld für parlamentarische Assistenten bekam, die aber zumindest in Teilen für die Partei gearbeitet hätten. Le Pen hat dies stets zurückgewiesen.