Frankreich Im Debattenmodus

Macron ist nicht den Gelbwesten verpflichtet - sondern seinen Versprechen aus dem Wahlkampf.

Kommentar von Nadia Pantel

Nach dem Grand débat ist vor dem Grand débat. Offiziell hat das große, staatlich erwünschte Diskutieren in Frankreich am Donnerstag ein Ende gefunden. Doch der Auftritt von Präsident Emmanuel Macron vor der versammelten Presse zeigte vor allem: Alles bleibt im Fluss, alles wird weiterhin hart erstritten werden, das Land bleibt im Debattenmodus.

Macrons persönliche Bilanz nach zwei Monaten Bürgerdialog? Im Kern hat er recht mit seiner Politik. Er muss sie vielleicht einfach nur ein bisschen besser erklären. Passend zu dieser Erkenntnis veranstaltete er sogar die allererste Pressekonferenz seiner Amtszeit. Eigentlich hält er Journalisten lieber auf Distanz, nun tut er vor ihnen, was er in den vergangenen Wochen vor Franzosen aller Regionen getan hatte: Er kämpfte für seine Überzeugungen. Erklärte, dass Arbeit sich lohnen müsse und Leistung auch.

Aus Macrons Perspektive ist diese Haltung schlüssig, er ist schließlich nicht den Gilets jaunes verpflichtet, sondern den Versprechen, die er im Wahlkampf gegeben hat. Doch aus Perspektive der mehr als zwei Millionen Franzosen, die sich am Grand débat beteiligt haben, könnte das Resultat vielleicht etwas dürftig sein. Es lautet: "Vielen Dank für Ihre Ideen. Ich habe darüber nachgedacht. Leider haben Sie mich nicht überzeugt."