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Frankreich:Ermittlungen gegen Fillon wegen Betrugs und Fälschung

François Fillon könnte auch falsche Dokumente verwendet haben, um seine Ehefrau und zwei seiner Kinder als Parlamentsmitarbeiter zu beschäftigen.

(Foto: AFP)
  • Im Verfahren gegen den französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon ermitteln die Behörden nun auch wegen des Verdachts auf schweren Betrug und Fälschung.
  • Demnach könnte Fillon gefälschte Dokumente verwendet haben, um seine Ehefrau und zwei seiner Kinder als parlamentarische Mitarbeiter zu beschäftigen.

Die Ermittlungen gegen den Präsidentschaftskandidaten François Fillon sind nach Angaben aus französischen Justizkreisen ausgeweitet worden. Der konservative Politiker wird demnach nun auch des "schweren Betrugs und der Fälschung" verdächtigt.

Die Zeitung Le Monde berichtet, die Pariser Finanzstaatsanwaltschaft habe den Ermittlungsrichtern bereits vergangene Woche zusätzliche Unterlagen übergeben. Die Justiz frage sich, ob die Eheleute möglicherweise falsche Dokumente ausstellten, um die Gehälter für Fillons Ehefrau Penelope zu rechtfertigen. Deren Anwalt sagte am Abend, von Fälschungen könne keine Rede sein. Er fügte hinzu, er und seine Mandantin würden sich erst vor Gericht dazu äußern.

Ein Ermittlungsverfahren gegen Fillon läuft bereits, weil er seine Frau und zwei seiner Kinder zum Schein als parlamentarische Mitarbeiter beschäftigt und dadurch öffentliche Gelder hinterzogen haben soll. In Frankreich dürfen Abgeordnete grundsätzlich bis zu fünf Familienmitglieder beschäftigen, wenn diese tatsächlich arbeiten. Fillon hatte deshalb öffentlich darauf bestanden, nicht illegal gehandelt zu haben. Trotzdem ist er bislang nicht von der Präsidentschaftskandidatur zurückgetreten - dies hatte Fillon angekündigt, falls es zum nun laufenden Ermittlungsverfahren kommen sollte.

Innenminister Le Roux tritt wegen Scheinbeschäftigungs-Affäre zurück

Am Dienstagabend erklärte Innenminister Bruno Le Roux wegen einer ähnlichen Affäre seinen Rücktritt. Zuvor hatte er gegenüber einem Fernsehsender eingeräumt, seine beiden Töchter immer wieder zeitweise als parlamentarische Mitarbeiterinnen beschäftigt zu haben, obwohl sie zu dieser Zeit im Teenageralter waren.

© SZ.de/afp/dpa/ees
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