FrankreichInnenminister geht bei Bahn-Anschlägen von linksextremen Tätern aus

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Wenige Stunden vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris hatten Unbekannte Brandanschläge auf das französische Schnellzugnetz verübt.
Wenige Stunden vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris hatten Unbekannte Brandanschläge auf das französische Schnellzugnetz verübt. (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Die Behörden ermitteln nach der Sabotage des Schienennetzes im linksextremen Milieu. In der Nacht zum Montag wurden in verschiedenen Regionen Glasfasernetze gekappt.

Die französische Regierung vermutet hinter den Anschlägen auf die Bahn am Tag der Olympia-Eröffnung linksextreme Kräfte. Innenminister Gérald Darmanin sagte dem Sender France 2 TV, dass die Ermittler mehrere Personenprofile identifiziert hätten. Die Vorgehensweise deute auf Extremisten von Linksaußen hin, ergänzte er, ohne konkret zu werden. Er sagte, dass die Anschläge einem „traditionellen Vorgehen Ultralinker“ entspräche.

Am Freitag hatten Saboteure das Hochgeschwindigkeitsnetz der französischen Bahn SNCF kurz vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris lahmgelegt, in dem sie Feuer an TGV-Strecken legten. Mittlerweile sollten alle Züge wieder wie geplant fahren. Zugeordnet werden konnten die Anschläge bislang nicht. Einem am Freitag aufgetauchten Bekennerschreiben messen die Ermittler keine zu große Bedeutung bei.

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Auf seinem X-Profil teilte Darmanin am Montag außerdem einen französischen Medienbericht, in dem es heißt, die Polizei hätte am Sonntag einen linksextremen Verdächtigen auf einem Bahngelände festgenommen. Allerdings stehe die Festnahme nicht im Zusammenhang mit den Ermittlungen nach den Brandanschlägen, hieß es von der ermittelnden Pariser Staatsanwaltschaft. Bei diesem Komplex habe es bisher keine Festnahme gegeben.

Weitere Attacken auf die französische Infrastruktur

In der Nacht auf Montag haben Unbekannte dann auch noch das Telekommunikationsnetz des Landes attackiert. Durch Vandalismus seien Mobilfunk- und Festnetz-Verbindungen in einigen Regionen gestört, schrieb die geschäftsführende Staatssekretärin für Digitales, Marina Ferrari, am Montag auf dem Kurznachrichtendienst X. Offenbar wurden Glasfasernetze durchtrennt.

Zuvor hatten die Zeitung Le Parisien und der Sender BFM TV über die Vorfälle berichtet. Den Medien zufolge wurden Anlagen der Telekom-Konzerne SFR und Bouygues im Süden Frankreichs, in der Region Meuse nahe Luxemburg sowie im Gebiet Oise in der Nähe von Paris beschädigt. SFR und Bouygues waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Bekannt hat sich zu den Vorfällen bislang niemand.

Innenminister Darmanin sagte im Sender France 2 zudem, dass Sicherheitskräfte knapp 50 Menschen festgenommen hätten, weil sie die Olympischen Spiele stören wollten. Sie hätten während der ersten Wettkämpfe „Sabotageaktionen oder radikale Proteste“ vornehmen wollen. Dies habe man verhindert. Die Zeitung Le Parisien berichtete, dass 45 Mitglieder der radikalen Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion festgenommen worden seien. Sie hätten mit den geplanten Aktionen gegen die sozialen und ökologischen Folgen von Olympia protestieren wollen.

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