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Frankreich:"Angriff auf Lyon"

Am frühen Abend explodiert im Zentrum von Lyon ein Sprengsatz, mehrere Menschen werden verletzt. Präsident Emmanuel Macron spricht sogleich von einem "Angriff" auf die Stadt. Französische Terrorfahnder aus Paris sind im Einsatz.

Nach einer Explosion mit mehreren Verletzten in der Innenstadt von Lyon ermitteln Anti-Terror-Spezialisten aus Paris. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte die Explosion einen "Angriff". Sie ereignete sich am frühen Abend im Zentrum von Lyon. Frankreichs Innenminister Christophe Castaner wies die Präfekten im ganzen Land danach an, die Sicherheitsmaßnahmen an Orten zu verstärken, an denen sich viele Menschen aufhalten. Das seien etwa Sport- oder Kulturveranstaltungen.

Der Sender BFMTV berichtete von mindestens 13 Verletzten - darunter sei auch ein acht Jahre altes Kind. Zunächst bestätigten die Behörden acht Verletzte. Die Explosion ereignete sich nahe einer Bäckerei in der Straße Victor Hugo an einer Kreuzung mit einer Fußgängerzone. Der Sender Franceinfo berichtete unter Berufung auf das französische Innenministerium, dass dort auf dem Boden ein Beutel oder Koffer, der einen Sprengsatz mit Schrauben enthalten haben soll, explodiert sei.

Die Polizei fahndete am Abend nach einem Mann. Die französische Justizministerin Nicole Belloubet sagte am Freitagabend, es sei zu früh zu sagen, ob es sich um einem Terroranschlag handele. Der Täter wurde von Sicherheitskameras gefilmt. Medienberichten zufolge soll er den Sprengsatz deponiert haben und mit einem Fahrrad geflohen sein. Der Täter habe sein Gesicht durch eine Kapuze, eine Sonnenbrille und einen Schal verhüllt. Augenzeugen der Explosion berichteten nach Angaben von Franceinfo von einem lauten Knall. Verängstigte Menschen seien über die Straße gelaufen. Rettungskräften zufolge wurden die Opfer überwiegend an den Beinen von Glas- und Metallsplittern getroffen. Premierminister Édouard Philippe sagte seine Teilnahme an einer Wahlkampfveranstaltung ab. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen sprach von einem "terroristischen Anschlag". Die örtliche Präfektur dementierte am Abend Gerüchte, wonach es weitere Explosionen gegeben haben soll. Zwei Metrostationen in der Innenstadt wurden geschlossen. Die Präfektur rief Anwohner dazu auf, sich vom Tatort fernzuhalten und keine Gerüchte zu verbreiten.