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Seda Başay-Yıldız:Polizist wegen Drohschreiben gegen Anwältin vorübergehend festgenommen

Dienstwaffe

Im Fall der bedrohten Frankfurter Anwältin Seda Başay-Yıldız führt eine Spur zu fünf Polizisten und einer Kollegin des 1. Frankfurter Polizeireviers.

(Foto: dpa)

Der Beamte der Frankfurter Polizei soll an den rassistischen Morddrohungen gegen die Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız beteiligt gewesen sein.

Ermittler haben einen Frankfurter Polizisten wegen des Verdachts auf Versendung rassistischer Nachrichten vorläufig festgenommen. Der 30-Jährige soll der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız Drohfaxe geschickt haben. Ihm werden demnach Bedrohung und Volksverhetzung vorgeworfen. Das berichten Die Zeit und die Frankfurter Rundschau.

Die Juristin hatte mehrere Drohbotschaften erhalten, die erste im Sommer 2018. Dabei handelte es sich um ein Fax, das mit "NSU 2.0" unterschrieben war. Für die Erstellung des Dokuments sollen Daten genutzt worden sein, die nur im Melderegister zu finden sind. Unmittelbar vor dem Versenden des ersten Faxes waren im Melderegister Daten über die Anwältin abgefragt worden.

Eine Spur führt zu fünf Polizisten und einer Kollegin des 1. Frankfurter Polizeireviers. Die Beamten, zu denen auch der vorübergehend Festgenommene gehören, sollen in der Chatgruppe "Itiot" Hitlerbilder und Hakenkreuze geteilt haben. Sie wurden suspendiert, die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt.

Die Wohnungen des festgenommenen Beamten seien durchsucht worden. Er sei freigelassen worden, da die Voraussetzungen für einen Haftbefehl aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht vorgelegen hätten. "Selbstverständlich" werde aber weiter gegen ihn ermittelt, bestätigte die zuständige Frankfurter Staatsanwaltschaft der Zeit.

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