Frankfurt:"Querdenker" trotz Verbots auf der Straße

Trotz des Verbots einer "Querdenken"-Demonstration in Frankfurt am Main sind "Querdenker" und Gegendemonstranten am Samstag in der Innenstadt aufeinandergetroffen. Nach Polizeiangaben kam es am Nachmittag zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten gegnerischer Lager, die Polizei musste eingreifen. Zu der Frankfurter "Querdenken"-Demonstration waren zunächst rund 40 000 Teilnehmer angekündigt worden. In Dresden wurde am Samstag eine verbotene Demonstration der "Querdenken"-Bewegung verhindert. In Erfurt gingen trotz eines Versammlungsverbots laut Polizei rund 500 Menschen auf die Straße.

Nach der Auflösung von drei "Querdenker"-Spontankundgebungen mit Teilnehmern "im unteren zweistelligen Bereich" am Mittag hätten die Anhänger sich in Kleingruppen durch die Innenstadt bewegt, sagte ein Polizeisprecher in Frankfurt. Auch ein Zug von Gegendemonstranten mit rund 450 Teilnehmern sei durch die Innenstadt marschiert. An der zentralen Hauptwache hätten sich wenige Hundert "Querdenker" gesammelt, worauf auch Gegendemonstranten aufgezogen seien und der Platz mit Menschen gefüllt gewesen sei. Die Polizei habe unter Androhung eines Wasserwerfereinsatzes die verbotene Ersatzveranstaltung aufgelöst und die Demonstranten beider Lager zum Abziehen bewegt. Das Demonstrationsverbot für die "Querdenken"-Bewegung hatte vor allen Gerichtsinstanzen Bestand. In Dresden wurde eine verbotene Demo der "Querdenken"-Bewegung verhindert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, erteilte 161 Platzverweise, schickte zwei Reisebusse wieder aus der Stadt und nahm 72 Personen vorübergehend in Gewahrsam. Angekündigt waren zunächst 4000 Teilnehmer, dafür war bundesweit und auch im Ausland mobilisiert worden.

© SZ vom 14.12.2020 / epd
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