Süddeutsche Zeitung

Fragen und Antworten:So hat die SZ den Fall recherchiert

20,7 Milliarden US-Dollar flossen aus Russland in die EU - mutmaßliches Schwarzgeld. Dann flog der Geldwäsche-Ring auf. Alle Infos zur SZ-Recherche.

Woher kommen die Informationen und wie lagen sie vor?

Die Informationen stammen aus Bankunterlagen, die das Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) und die russische Tageszeitung Nowaya Gazeta nach eigenen Angaben von mehreren Informanten erhalten haben. Der Süddeutschen Zeitung lag ein Datensatz von etwa 70 000 Überweisungen vor. 662 Überweisungen gingen an über 250 Empfänger in Deutschland.

Wie hat die SZ die Daten überprüft?

Die SZ hat für die deutschen Fälle zahlreiche Empfänger der Überweisungen ausfindig gemacht und kontaktiert. Keine der befragten Personen und Firmen, die Geld erhalten hatten, bezweifelten die Echtheit der Überweisungsdaten. Einzelne Empfänger gaben an, noch mehr als die der Süddeutschen Zeitung bekannten Überweisungen aus denselben Quellen erhalten zu haben.

Mit welchen Medien hat die SZ kooperiert?

61 Journalisten aus 32 Ländern arbeiteten gleichzeitig an dem Datensatz. Darunter die britische Tageszeitung The Guardian, das österreichische Magazin Dossier und etliche Medien, mit denen die SZ bereits bei den Panama-Papers-Recherchen kooperiert hat.

Was ist das OCCRP?

Das Organized Crime and Corruption Reporting Projekt (OCCRP) ist ein Netzwerk investigativer Journalisten mit dem Fokus auf Ost-Europa und Russland. Es wird unter anderem von einer Stiftung des US-amerikanischen Investors George Soros, dem US-Außen- und Entwicklungshilfeministerium, sowie von Google finanziell unterstützt. Weitere Informationen über das Netzwerk gibt es hier. Das OCCRP hat im Jahr 2014 erstmals über den "Russian Laundromat" berichtet.

Sind die Hintermänner bekannt?

Bisher nicht. Ermittlungsbehörden in Moldawien und Russland haben sich mit dem Fall befasst. In Moldawien sind bereits 14 beteiligte Richter angeklagt, weil sie vorsätzlich rechtswidrige Urteile gefällt und damit an der Geldwäsche mitgewirkt haben sollen. Gegen vier Gerichtsvollzieher und sieben Mitarbeiter der moldawischen Moldindconbank, über die ein Großteil des gewaschenen Geldes floss, wird ebenfalls ermittelt. Bislang konnten die Ermittler aber nur Strohmänner und mutmaßliche Helfer wie die moldawischen Richter ausfindig machen. Die neuerlichen Veröffentlichungen legen nun erstmals offen, wer von dem Geldwäsche-System profitierte.

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URL:
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SZ.de/tba
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