Im Zusammenhang mit Europa fällt mir - wie wohl den meisten Akademikern in meinem Alter - als erstes mein Erasmus-Semester ein. Fünf Monate Paris, WG mit einer mir bis dahin unbekannten Österreicherin, mein Bett im Wohnzimmer, ihres im Durchgangszimmer zum Bad. Noch heute habe ich den eklig-süßlichen Geruch der Pariser Metro in der Nase.

Natürlich lernt man im Auslandssemester viel über sich selbst, aber auch über die europäischen Nachbarn. Die wichtigsten Erkenntnisse: Franzosen streiken tatsächlich so gerne, wie ihnen nachgesagt wird. Österreicher sagen "Kasten" zum Schrank und "ich bin dahin", wenn sie die Wohnung verlassen. Und Männer können nicht automatisch gut küssen, nur weil sie Italiener sind. Banal? Finde ich nicht. Europa kommt einem nun mal zuallererst durch die Menschen näher.

Die Glitzerkugel mit dem schon etwas trüb gewordenen Wasser ist ein gutes Symbol für die Zeit und für Paris allgemein: ein bisschen große weite Welt, ein bisschen Glitzer, aber alles auch ein wenig angestaubt und schäbig. Felicitas Kock, Mitarbeiterin Panorama, Leben und Stil

Bild: Felicitas Kock 30. April 2014, 18:382014-04-30 18:38:02 © SZ.de/sebi