Dieses kleine blaue Schmuckstück ist mein Stück Europa: meine Taizé-Kette. Sie steht für den Ort, an dem ich mich im Alter von 15 Jahren - und vor und nach mir Tausende andere Jugendliche - zum ersten Mal richtig europäisch gefühlt habe. In Taizé, einem Dorf in Burgund, Sitz einer ökumenischen Bruderschaft, treffen sich jedes Jahr junge Menschen aus aller Welt. Sie zelten, singen, feiern, diskutieren, schweigen und beten: Taizé wird gerne als christliches Dauer-Woodstock bezeichnet. Und die Internationalität, das beständig summende Sprachengewirr, macht einen großen Teil des Taizé-Gefühls aus.

Besonders viele Besucher kommen aus den europäischen Ländern. Egal, ob Petri aus Finnland uns Kartenspiele beibrachte, Andreea von ihrer Heimat Transsilvanien erzählte oder unsere portugiesischen Zeltnachbarn sich Heringe ausliehen - wir verstanden uns prächtig. Hier habe ich Menschen kennengelernt, aus deren Geschichten ich gelernt habe. So konnte ich auch später noch, beim Polen-Austausch etwa oder im Erasmus-Semester, vieles aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Und vor allem eine Einsicht gewinnen: Es gibt kein besseres oder schlechteres Europa. Elisa Britzelmeier, Mitarbeiterin Newsdesk

Bild: Elisa Britzelmeier 30. April 2014, 18:382014-04-30 18:38:02 © SZ.de/sebi