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Forsa-Umfrage:FDP profitiert nur minimal von Gauck-Nominierung

Endlich hatte sich die FDP wieder in der Koalition behaupten können, endlich hatte Philipp Rösler gegenüber der Bundeskanzlerin Stärke gezeigt. Nach dem Erfolg bei der Kür Joachim Gaucks, hofften die Liberalen auf einen Aufschwung in der Wählergunst. Doch sie würden weiter deutlich an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Die FDP kommt nicht aus ihrem Umfragetief. Obwohl die Liberalen gegen den Widerstand aus CDU und CSU Joachim Gauck als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten durchsetzen konnten, legten sie in der Wählergunst nur leicht zu.

Im Vergleich zur Vorwoche verbesserte sich die Partei in der am Mittwoch vorab veröffentlichten Forsa-Umfrage für das Magazin Stern wider Erwarten nur um einen Punkt auf drei Prozent. Auch Parteichef Philipp Rösler legt im Ansehen der Wähler um einen Punkt auf 31 Punkte zu. Dennoch bildet der Vizekanzler gemeinsam mit seinem Parteikollegen Außenminister Guido Westerwelle weiterhin das Schlusslicht der Beliebtheitsskala.

Im Gegensatz zu den glücklosen FDP-Politikern erreicht Bundeskanzlerin Angela Merkel den höchsten Wert seit Bestehen der schwarz-gelben Regierungskoalition. Sie legte im Vergleich zu Ende Dezember zwei Punkte zu und liegt damit bei 64 Zählern. Die CDU-Chefin rangiert damit acht Punkte vor ihren gleichauf liegenden möglichen SPD-Herausforderern Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier.

Die Union kommt zum vierten Mal in Folge auf 38 Prozent. Die SPD gewinnt einen Punkt hinzu, sie erreicht 26 Prozent. Die Grünen fallen um einen Punkt auf 14 Prozent. Die Linke verharrt bei acht Prozent. Sieben Prozent erhält die Piratenpartei.

Unions-Politiker warfen FDP Vertrauensbruch vor

Die FDP hatte die Nominierung Gaucks gegen den Willen der Union erzwungen. Unions-Politiker hatten dem Koalitionspartner daraufhin Vertrauensbruch vorgeworfen. Die FDP wies dies zurück und reklamierte die Nominierung Gaucks als Erfolg für sich.

Für die Politikerrangfolge befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1001 Bundesbürger am 22. und 23. Februar 2012, für den Wahltrend waren es 2502 Bundesbürger vom 20. bis 24. Februar 2012.