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Forderung nach Zugang zu Atomanlagen:IAEA-Delegation in Iran eingetroffen

IAEA Atomenergiebehörde Iran Atombombe

Herman Nackaerts von der IAEA am Wiener Flughafen.

(Foto: AFP)

Dritte Mission innerhalb von drei Monaten: Eine Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde ist zu Gesprächen in Teheran eingetroffen. Die Inspektoren fordern Zugang zu den Atomanlagen des Landes, in denen Experimente zur Entwicklung von Atomsprengköpfen durchgeführt worden sein sollen.

Im Streit um das iranische Atomprogramm ist eine Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu neuen Gesprächen in Teheran eingetroffen. Es ist die dritte Mission innerhalb von drei Monaten, auch diesmal geht es vermutlich vor allem um den von den IAEA-Experten geforderten besseren Zugang zu iranischen Atomanlagen und zu Informationen über das Atomprogramm des Landes.

Insbesondere geht es dabei um eine Inspektion der Militäranlage Parchin, wo nach Vermutungen westlicher Geheimdienste Experimente zur Entwicklung von Atomsprengköpfen stattgefunden haben sollen. Die Atominspekteure drängen seit langem auf den Zugang zu der Anlage.

Vor dem Abflug nach Teheran hatte sich der Chef der Atominspekteure, Herman Nackaerts, vorsichtig optimistisch gezeigt. "Wir werden gute Verhandlungen haben", sagte er auf dem Flughafen von Wien. Allerdings gestand Nackaerts auch ein, dass es "noch Unterschiede" in den Auffassungen beider Seiten gebe.

Der Westen verdächtigt den Iran, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist die Vorwürfe zurück und pocht auf sein Recht der friedlichen Nutzung von Atomenergie. Die internationale Gemeinschaft versucht, den Iran mit Sanktionen gegen seine Wirtschaft zum Einlenken zu bewegen. Als letzte Option haben die USA und Israel aber auch einen Militärangriff auf iranische Atomanlagen nicht ausgeschlossen.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/rela/anri

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