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Folgen des Arabischen Frühlings:Missverstandene Revolution

Jugendlicher in der syrischen Stadt Aleppo

Sein Land durchleidet eine humanitäre Katastrophe: Ein syrischer Jugendlicher in Tariq al-Bab, einer Wohngegend Aleppos.

(Foto: dpa)

Armut, Instabilität, Völker ohne Staaten: Dem Nahen und Mittleren Osten droht anhaltendes Chaos. Derzeit leiden besonders die Syrer. Intervenieren will trotzdem niemand - aus Angst um Europa, aus Furcht um den Weltfrieden.

Mehr als zwei Jahre ist es jetzt her, seit die große Umwälzung in der arabischen Welt begonnen hat. Von "Frühling" spricht heute aber niemand mehr angesichts des Bürgerkriegs in Syrien, des Durchmarschs des politischen Islams bei freien Wahlen, der sich immer weiter verschärfenden Demokratie- und Wirtschaftskrisen in Ägypten und Tunesien, der zunehmenden Instabilität im Irak, der Ungewissheit über die Zukunft Jordaniens und Libanons, und eines nach wie vor drohenden Krieges um das iranische Nuklearprogramm am Persischen Golf.

Zählt man dann noch die östliche und westliche Peripherie dieser weiten Region hinzu, Afghanistan und den Maghreb unter Einschluss der Sahelzone in der südlichen Sahara und Südsudans, dann verdüstert sich das Bild noch weiter. Libyen instabil, al-Qaida aktiv in der Sahelzone, wie zuletzt in Mali, und in Afghanistan schaut alle Welt mit Bangen auf den Abzug der USA und ihrer Nato-Verbündeten im Jahr 2014. Denn niemand weiß so recht, wie in den Monaten und Jahren danach die Folgen dieses Abzuges aussehen werden.

Was kommt nach der Revolution?

Es ist ein immer wiederkehrender Irrtum: Revolutionen werden zu ihrem Beginn als ein Sieg von Freiheit und Gerechtigkeit missverstanden, da sie die als ungerecht empfundene Herrschaft, ja Diktatur des alten Regimes umstürzen. Nur was kommt dann? In der Regel nichts Gutes, wie uns die Geschichte lehrt. Denn eine Revolution bedeutet nicht nur den Umsturz unterdrückerischer Herrschaft, sondern sie zerschlägt zugleich die alte Ordnung und eröffnet so einen meist brutalen, ja blutigen Machtkampf um die neue Herrschaft und die neue Ordnung. Und dieses Faktum gilt nicht nur für die Innenpolitik eines Landes, sondern auch für die außenpolitische Ordnung. Damit brechen in der Regel gefährliche Zeiten an.

Ausnahmen von dieser Regel sind dünn gesät: Südafrika ist eines dieser raren Beispiele, aber dort war es das Genie eines Jahrhundertstaatsmannes wie Nelson Mandela, das die Geschichte einen anderen Verlauf nehmen ließ. Die Alternative ist in Simbabwe zu besichtigen.

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