Flugzeugabsturz in Ägypten:IS zeigt angebliche Flugzeugbombe

Bombe IS Ägypten

Rechts die angebliche Bombe, links angeblich die Pässe russischer Passagiere am Absturzort: Auszug aus der IS-Postille "Dabiq".

(Foto: Screenshot: Dabiq)
  • Die Terrororganisation IS will mit einer Bombe aus einer Limonadendose das russische Passagierflugzeug bei Scharm el-Scheich zum Absturz gebracht haben
  • Ein Foto der Bombe veröffentlichten die Terroristen in einem Propagandamagazin, ebenso eine Meldung über die Hinrichtung einer chinesischen und einer norwegischen Geisel.
  • Eine russische Zeitung meldet, die Bombe habe sich im Passagierraum der Maschine befunden.

Eine Limodose, ein Schalter, ein Zünder

Die Bombe, die das russische Flugzeug bei Scharm el-Scheich zum Absturz brachte, soll in einer Limodose versteckt gewesen sein - das behauptet zumindest die Terrormiliz IS. In der neuen Ausgabe ihres Propagandamazins "Dabiq" zeigen die Dschihadisten ein Foto, darauf eine Dose Ananaslimonade, ein Zünder und ein Schalter. "Exklusiv - ein Bild der Bombe, die benutzt wurde, um das russische Flugzeug zum Absturz zu bringen", steht darunter. Das Bild findet sich unter einem Artikel, in dem der IS die Terroranschläge von Paris bejubelt.

Neben der angeblichen Bombe zeigt der IS auch Pässe russischer Passagiere, die bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sein sollen. Ein Kämpfer habe sie am Absturzort aufgelesen, heißt es.

Ob die Angaben der Terrororganisation stimmen, ist fraglich. Die russische Regierung geht jedoch offiziell von einem Bombenanschlag aus. Und die russische Zeitung Komersant berichtete, die Bombe, die das Flugzeug zum Absturz brachte, habe sich im Passagierbereich der Maschine befunden - nicht im Frachtbereich, wie angenommen. Das Blatt beruf sich auf Informanten aus dem Umfeld der Ermittlungen.

Nach dem Flugzeugabsturz bei Scharm el-Scheich, bei dem alle 224 Passagiere starben, hatte ein ägyptischer IS-Ableger behauptet, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Experten bezweifelten, dass die Terroristen über das dafür erforderliche Gerät verfügten - wahrscheinlich sei, dass das Flugzeug dafür zu hoch geflogen ist.

Im IS-Propagandaheft Dabiq bekennt sich die Terrororganisation auch dazu, einen 48-jährigen Norweger und einen 50 Jahre alten Chinesen hingerichtet zu haben. Seit September hatten sie Lösegeld für die beiden Entführten verlangt. Wann und wo die Männer gefangen genommen wurden und wann sie getötet worden sein sollen, gab der IS nicht bekannt.

© SZ.de/bepe
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