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Flugverkehr:Unbillig billig

Europa hätte die Kraft und Größe, um bei einer fairen Besteuerung von Flugbenzin voranzugehen.

Sie sind lange vorbei, die Zeiten, in denen das Fliegen ein teurer Luxus war. Es gibt mittlerweile Tage, da ist von München aus der Flug nach Palma und zurück billiger als die Zugfahrt nach Passau. Da nutzt alle Flugscham und alles Klimabewusstsein nichts: Wer aufs Geld achtet, der setzt sich mittlerweile lieber ins Flugzeug als in die umweltfreundlichere Bahn. Der Flugverkehr ist konkurrenzlos, weil er für die wahren Kosten, die er verursacht, nicht aufkommen muss. Und das sind jene für Umwelt und Klima.

Die Umweltministerin hat deshalb eine Erhöhung der deutschen Luftverkehrssteuer ins Gespräch gebracht. Die knapp acht Euro für Flüge in und um Europa haben den Boom der Billigflieger ganz offensichtlich nicht verhindern können. Aber selbst eine Verdoppelung dieser Steuer könnte nur ein Zwischenschritt sein - auf dem Weg zu einer europäischen Lösung.

Mehrere Staaten, voran Frankreich, machen sich dafür stark. Sie wollen den Anachronismus des Chicagoer Abkommens überwinden, das 1944 Steuern auf Flugbenzin verwarf; in einer Zeit, in der sich die zivile Luftfahrt erst entwickelte. 75 Jahre später ist solch eine Steuer auf Kerosin mehr als überfällig. Europa hätte Kraft und Größe, hier voranzugehen, wiederum auf dem Weg zu einer globalen Lösung. Es wird Zeit, die Verhältnisse wieder geradezurücken.