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Flugbereitschaft:Union: Künast und Trittin sollen für stornierten Flug zahlen

Gegenwind für die Grünen-Minister Renate Künast und Jürgen Trittin: In der Affäre um einen stornierten Flug mit der Flugbereitschaft verlangt die Union, dass die Minister die entstanden Kosten von 27.000 Euro aus eigener Tasche zahlen - und will sie vor den Haushaltsausschuss zitieren.

Die Minister hätten die Fehlbuchung einer Challenger-Maschine der Bundeswehr zu verantworten und müssten deshalb auch privat dafür aufkommen, sagte der CDU/CSU-Haushaltsexperte Dietrich Austermann der AP.

Keinesfalls dürfe die Entscheidung, die Maschine wieder zurück zum Heimatflughafen zu schicken, dem Steuerzahler aufgebürdet werden: "Der Staat ist nicht dazu da, die Lustreisen von Ministern zu bezahlen".

Grüne Hermenau: Die protzigen Zeiten sind vorbei

In der kommenden Woche sollten Künast und Trittin vor dem Haushaltsausschuss Stellung nehmen, forderte Austermann. Er gehe davon aus, dass sie der Einladung folgten. Falls sie nicht erscheinen sollten, werde der Bundesrechnungshof aufgefordert, die Angelegenheit zu überprüfen.

Auch die haushaltspolitische Sprecherin der Grünen, Antje Hermenau, hat Konsequenzen aus der Flugaffäre ihrer beiden Parteifreunde Jürgen Trittin und Renate Künast gefordert.

Die Inanspruchnahme der Flugbereitschaft müsse erschwert werden, sagte Hermenau der Ludwigshafener Tageszeitung Die Rheinpfalz. Es sei richtig, jetzt die Richtlinien "streng zu überarbeiten".

Die Regeln für Politiker, mit Flugzeugen der Luftwaffe zu reisen, müssten den veränderten Zeiten angepasst werden, forderte die Politikerin. "Die protzigen Zeiten sind vorbei. Gefragt sei jetzt das Finanzministerium, das zusammen mit dem Verteidigungsministerium die Richtlinien überarbeiten müsse. Minister: Haben uns an Richtlinien gehalten

Künast und Trittin hatten für Kurztrips in Brasilien eine Challenger-Maschine der Luftwaffe aus Deutschland nach Südamerika beordert. Der Auftrag wurde erst gestoppt, als der Flieger bereits auf dem Weg war.

Beide Minister hatten am Montag beteuertet, sie hätten sich strikt an die Richtlinien für die Nutzung der Flugbereitschaft der Bundeswehr gehalten. Die kurzfristige Stornierung wurde mit einer Änderung des Reiseprogramms in Brasilien begründet.

Angeblich soll der Flug erst storniert worden sein, nachdem Recherchen des Spiegel dazu bekannt wurden. Das Hamburger Nachrichtenmagazin hatte berichtet, die Challenger sei am Donnerstag in Köln gestartet und noch vor der geplanten Zwischenlandung in Gran Canaria zurückbeordert worden.

Dem Magazin zufolge kostet ein Leerflug von Köln nach Sao Paolo und zurück etwa 250.000 Euro, während vergleichbare Charterflieger in Brasilien nur etwa 48.000 Euro pro Woche kosteten.