Flüchtlingskrise:Merkels Entschluss verlangt historische Anstrengungen

German Chancellor Merkel arrives for a meeting of German state leaders to discuss the migrant crisis at the chancellery in Berlin

Historische Entscheidung in der Flüchtlingskrise: Kanzerlin Merkel

(Foto: REUTERS)

Es kommen viel mehr Menschen, als die Kanzlerin sich bei ihrer Entscheidung zur Aufnahme von Flüchtlingen gedacht haben mag. An ihrer Richtigkeit ändert das nichts. Nun aber braucht Merkel das ganze Land.

Kommentar von Heribert Prantl

In Zigtausenden Kommentaren ist der Kanzlerin vorgehalten worden, sie tue nicht, was ein Kanzler tun muss: Sie führe nicht, sondern lasse die Dinge treiben. Immer und immer wieder ist sie kritisiert worden, dass sie nicht mache, was das Grundgesetz verlangt. Dort steht, in Artikel 65: "Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik." Das stimmt. Die Kanzlerin pocht nicht jeden Tag auf diese Kompetenz; sie tut es höchst selten. Sie hat es, nach dem Reaktorunglück von Fukushima, in der Atompolitik getan. Und sie hat es vor zehn Tagen in der Flüchtlingskrise getan. Die erste Entscheidung war bedeutend. Die zweite ist historisch.

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