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Flüchtlinge:Schweden führt Grenzkontrollen ein

SZ-Karte; Quelle: Frontex

  • Die schwedischen Grenzkontrollen sind zunächst für zehn Tage geplant und werden gegebenenfalls verlängert.
  • Kontrolliert werden die Öresundbrücke nach Dänemark und Fähren, die beispielsweise von Deutschland nach Schweden fahren.

Schweden kontrolliert von Donnerstagmittag an seine Grenzen, weil es sich von der großen Zahl ankommender Flüchtlinge überfordert sieht. Die Migrationsbehörde habe um diesen Schritt gebeten, erklärte Innenminister Anders Ygeman am Mittwochabend die Entscheidung. Die Behörde sieht sich nicht mehr in der Lage, die Neuankömmlinge unterzubringen, die Polizei spricht von einer "Gefahr für die öffentliche Ordnung". Kontrolliert wird die Öresundbrücke nach Dänemark sowie Fähren, die beispielsweise von Deutschland nach Schweden fahren.

Neben den eigenen Kontrollen möchte die schwedische Regierung Fährbetreiber auffordern, niemand mehr an Bord zu lassen ohne dessen Identität zu prüfen. Zunächst sollen die Grenzkontrollen zehn Tage lang andauern und notfalls verlängert werden. Wegen des großen Andrangs Asylsuchender haben zuvor auch schon andere Länder vorübergehende Grenzkontrollen eingeführt, unter ihnen Deutschland.

In Schweden hatte Migrationsminister Morgan Johansson bereits vergangene Woche erklärt, dass er Flüchtlingen keine Unterkunft mehr garantieren könne. Wer außerhalb Schwedens ein Dach über dem Kopf habe, solle besser bleiben, wo er sei, anstatt nach Schweden zu reisen. Trotzdem ist die Zahl der Neuankömmlinge auf nun etwa 10 000 pro Woche gestiegen. Die Migrationsbehörde musste bereits Menschen vor ihren Büroräumen unterbringen. Die erste Gemeinde in Südschweden hat zudem am Mittwoch beschlossen, beheizte Zelte aufzustellen. Die Regierung hat die schwedischen Zivilschutzorganisation MSB gebeten, bis zu 110 000 solcher Zeltschlafplätze in diesem und im kommenden Jahr bereitzustellen.

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