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UN-Flüchtlingshilfswerk:Algerische Regierung soll 120 Migranten in der Sahara ausgesetzt haben

Drei Flüchtlinge überqueren im nördlichen Niger die Grenze zu Algerien.

(Foto: AP)
  • Nach UN-Informationen hat die algerische Regierung mehr als 120 Migranten in der Sahara ausgesetzt.
  • Darunter waren offenbar auch registrierte Flüchtlinge.
  • Mehr als 2200 Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr im Mittelmeer gestorben.

Die algerische Regierung hat nach UN-Informationen mehr als 120 Migranten in der Sahara ausgesetzt. Zumindest einige unter ihnen seien registrierte Flüchtlinge, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit. Die Organisation äußerte sich besorgt über die Sicherheit der Gruppe, die aus Syrern, Palästinensern und Jemeniten bestehen soll.

Von zwanzig sei bekannt, dass sie drei Kilometer von der Grenze zum Niger entfernt unter freiem Himmel in der Wüste ausharrten. Das Schicksal der restlichen 100 sei ungewiss. Das UNHCR forderte die Regierung in Algier auf, den Vereinten Nationen sofortigen Zugang zu den Betroffenen zu gewähren.

Nach Angaben des UNHCR waren die Flüchtlinge am zweiten Weihnachtstag aus einer Einrichtung in der südalgerischen Stadt Tamanrasset in die Grenzregion gebracht worden. Weder sei das UNHCR an der Deportation beteiligt worden, noch habe es diese unterstützt, widersprach die Organisation entsprechenden Berichten algerischer Medien.

Das Flüchtlingshilfswerk wies darauf hin, dass Algerien rund 50 000 syrischen Kriegsflüchtlingen Schutz geboten habe. Darüber hinaus habe aber jeder, der in seiner Heimat um sein Leben fürchten müsse, ein Anrecht auf die individuelle Prüfung seines Asylantrags.

2018 mehr als 2200 Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben

Im vergangenen Jahr sind mehr als 2200 Flüchtlinge im Mittelmeer gestorben, teilte das UNHCR außerdem mit. Die Zahl der Toten oder als vermisst gemeldeten Menschen liege bei 2262. Im Vorjahr waren demnach 3139 Todes- oder Vermisstenfälle registriert worden. Die Gesamtzahl der über das Meer nach Europa gekommenen Menschen ging demnach von 172.301 im Jahr 2017 auf 113.482 zurück.

2015 waren noch mehr als eine Million Menschen über das Meer nach Europa gelangt. Inzwischen haben sich allerdings die Flüchtlingsrouten verschoben: Die meisten Flüchtlinge kamen 2018 in Spanien an, wie das UNHCR mitteilte. Zuvor waren Italien und Griechenland die Hauptankunftsländer gewesen.

© SZ.de/AFP/epd/segi

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