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Flüchtlinge:Maas äußert Bedenken gegen Asylzentren in Afrika

Heiko Maas

Justizminister Heiko Maas zweifelt an der Idee von Asylzentren vor den EU-Grenzen.

(Foto: dpa)
  • Können EU-Auffanglager außerhalb Europas verhindern, dass Flüchtlinge den gefahrvollen Weg übers Mittelmeer nehmen? Bundesjustizminister Maas zweifelt daran.
  • Bundesinnenminister de Maiziére hält die Einrichtung sogenannter "Willkommenszentren" hingegen für eine gute Idee.
  • Die EU-Staaten diskutieren derzeit über diese Möglichkeit. Die EU-Außengrenzen sollen dadurch gestärkt und das Geschäft für Schleuser erschwert werden.

Maas stellt "Willkommenszentren" infrage

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat Bedenken gegen Pläne für Flüchtlingszentren der Europäischen Union in Afrika. "Ob Flüchtlinge in solchen Auffangstellen in Nordafrika alle rechtsstaatlichen Möglichkeiten haben würden, die sie innerhalb der EU hätten, wäre fraglich", sagte Maas der Rheinischen Post.

Es lohne sich zwar, über jede Idee vorurteilsfrei zu reden, mit denen Schleppern das Handwerk gelegt werden könne. Er befürchte aber, dass die Menschen solche Stellen als Hindernis betrachten würden, in denen ihre Anträge keinen Erfolg hätten. "Wenn die Flüchtlinge diese Zentren nicht als Tür, sondern als Mauer wahrnehmen, werden sie sich leider nicht abhalten lassen, weiter den Weg über das Meer zu suchen", sagte Maas.

EU-Staaten diskutieren über Asylzentren außerhalb Europas

Die EU-Staaten diskutieren derzeit über die Einrichtung sogenannter "Willkommenszentren" für Flüchtlinge in Drittstaaten. Bereits dort soll die Entscheidung fallen, wer legal nach Europa kommen darf und wer in seine Heimat zurückkehren muss. Das soll nicht nur die EU-Außengrenzen stärken, sondern auch Schleusern das Geschäft mit der Not der Flüchtlinge erschweren. Die Idee wird auch von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) unterstützt.

Kritiker zweifeln jedoch daran, dass solche Zentren Flüchtlinge vom gefahrvollen Weg über das Mittelmeer abhalten können. Pro Asyl hatte im Dezember von einer "apokalytischen Vision" gesprochen und kritisiert, außerhalb Europas gebe es keine rechtlichen Garantien für die Prüfung von Asylanträgen.

© SZ.de/dpa/gal

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