Flüchtlinge "Katastrophale Situation"

Ein Migrantenkind auf dem Rettungsschiff "Sea Watch 3" vor der Küste Maltas.

(Foto: Darrin Zammit Lupi/Reuters)

Die Situation für die Flüchtlinge auf deutschen Rettungsschiffen vor Malta verschlechtert sich.

Die Lage auf den beiden Flüchtlings-Rettungsschiffen deutscher Hilfsorganisationen vor Malta verschlechtert sich. "Inzwischen werden die Trink- und Brauchwasservorräte des Schiffes streng rationiert", teilte die Organisation Sea-Eye am Montagmorgen mit. Die 17 Geretteten an Bord der Professor Albrecht Penck schliefen seit mehr als einer Woche auf der Krankenstation, sie teilten sich nur eine Toilette. Matratzen und Wechselkleidung gebe es nicht. Auch auf dem Boot der Organisation Sea-Watch mit 32 Geretteten ist die Lage eigenen Angaben zufolge kritisch. Die Schiffe von Sea-Watch und Sea-Eye befinden sich vor der maltesischen Küste, doch anlegen dürfen sie dort nicht. Malta und Italien rückten nicht von ihrer Linie ab und verwehren weiter die Einfahrt in ihre Häfen. Sea-Eye hatte am 29. Dezember in internationalen Gewässern vor Libyen 17 Menschen, darunter eine Frau und zwei Kinder, an Bord der Professor Albrecht Penck genommen. Die 32 Menschen auf der Sea-Watch 3 wurden bereits am 22. Dezember gerettet. Der Bordarzt der Sea-Watch 3, Frank Dörner, teilte via Twitter mit: "Die Situation hier an Bord wird immer instabiler." Das Stressniveau nehme zu. Die Menschen seien traumatisiert, dazu kämen Seekrankheit und die Unsicherheit. "Es ist also eine sehr katastrophale Situation." Die Bundesregierung hat ihre europäischen Partner zu Solidarität gegenüber den Flüchtlingen auf den vor Malta festsitzenden Hilfsschiffen deutscher Aktivisten aufgefordert. Deutschland habe "sehr früh entschieden", sich an einer "europäischen Lösung zur Aufnahme der Geretteten zu beteiligen", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Montag in Berlin. "Das ist eine Frage der humanitären Verantwortung und der Solidarität." Dazu sei aber die "Mitwirkung der europäischen Partner" nötig.