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Flüchtlinge in Deutschland:Innenministerium korrigiert Flüchtlingszahlen nach unten

Flüchtlinge in Hessen

Flüchtlinge in einer Unterkunft in Hessen.

(Foto: dpa)
  • Bisher ging das Innenministerium davon aus, dass 1,1 Millionen Flüchtlinge im vergangenen Jahr nach Deutschland kamen.
  • Die Zahlen aus dem Erfassungssystem der Länder zur Verteilung der Flüchtlinge seien ungenau gewesen, sagte Innenminister Thomas de Maizière.
  • 2016 sind bisher 210 000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen.

Das Bundesinnenministerium hat die Angaben über die im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge nach unten korrigiert. 2015 seien 890 000 Schutzsuchende eingereist, sagte Innenminister Thomas de Maizière. Davon seien mittlerweile 820 000 vollständig registriert.

Bislang war von bis zu 1,1 Millionen Flüchtlingen ausgegangen worden, die im gesamten vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen sind. Doch die Zahlen aus dem Erfassungssystem der Länder zur Verteilung der Flüchtlinge (Easy) seien ungenau gewesen, sagte der Minister. "Die Zahl von 890 000 ist dennoch sehr hoch", fügte er hinzu. Die Versorgung der Menschen sei nur möglich gewesen durch einen Kraftakt der Behörden, unterstützt von Ehrenamtlichen. Im laufenden Jahr seien bisher 210 000 Asylsuchende nach Deutschland gekommen. Eine Korrektur dieser Zahl ähnlich wie im Nachgang zu 2015 erwartet de Maizière nicht.

Stand der Bearbeitung von Asylanträgen

Trotz des deutlich verringerten Flüchtlingszuzugs nach Deutschland wird die oberste Asylbehörde voraussichtlich mehr als 200 000 unerledigte Asylanträge mit in das Jahr 2017 nehmen. Diese Einschätzung nannte der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Frank-Jürgen Weise. "Wir werden bis Ende des Jahres etwa 700 000 (Anträge) entscheiden", sagte Weise. "Wir hätten dann einen Überhang von 200 000 bis 250 000 ins neue Jahr." Der Antragsrückstau werde weiter abgebaut: "Das wird im Frühjahr 2017 abgearbeitet sein." Ein Grund für den Verzug ist, dass die Behörde erst jetzt viele Asylanträge von Personen aufnimmt, die schon 2015 eingereist sind.

© SZ.de/afp/anri/lkr
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