bedeckt München 31°

Flüchtlinge:Die meisten Flüchtlinge kommen in Idomeni vorbei

Idomeni, das ist der Beginn der "Balkanroute". Hier passierten 2015 Hunderttausende Flüchtlinge die Grenze in Richtung Norden. Die meisten Asylsuchenden, die es bis Deutschland geschafft haben, kamen hier vorbei.

Längst ist Idomeni der Ort, an dem für Tausende der Traum von Europa endet. Anfang Dezember, als die Mazedonier nur noch Bürgerkriegsflüchtlinge hereinließen, gab es Ausschreitungen. Mehrere Tausend Menschen harrten an der Grenze aus.

Inzwischen kommen weniger Menschen in Idomeni an. Wie viele Flüchtlinge in diesen Tagen Idomeni erreichen, das ist abhängig vom Wetter, von der rauen See, durch die es inzwischen weniger Boote von der Türkei auf griechische Inseln wie Chios, Lesbos und Samos schaffen. Von dort geht es mit der Fähre nach Athen.

An manchen Tagen steigen nur einige Hundert Flüchtlinge aus den Bussen, doch in den kommenden Tagen werden wieder Tausende erwartet. Etwa ein Drittel der Menschen stammt aus Syrien. Derzeit kommen aber auch verstärkt Leute aus Ländern wie Sri Lanka, Pakistan, Iran und besonders viele Marokkaner. Aus ihren Schilderungen geht oft hervor, dass vor allem die medial verbreitete Durchlässigkeit der Grenzen sie dazu gebracht hat, ihre Heimat zu verlassen.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR hat einen Container und Beobachter vor Ort. Inzwischen sind auch mehrere Nichtregierungsorganisationen und freiwillige Helfer in Idomeni tätig. Ohne sie wäre die Not entsetzlich groß. Neben Ausländern - darunter einige junge Deutsche aus der linksalternativen Szene - packen auffallend viele Einheimische mit an. Einige mondän angezogene Griechen bringen warme Kleidung aus Thessaloniki, Gartenbesitzer spenden Äpfel - auch ein orthodoxer Priester brachte sich mit ein.

Kleine Zelte für ein wenig Privatsphäre

Equipment stellen vor allem die Ärzte ohne Grenzen. Sie bauten ein Camp auf der grünen Wiese auf. Seither gibt es Duschen und sanitäre Anlagen, Kinderbetreuung und große beheizte Zelte, in denen kleinere stehen für etwas Privatsphäre. Einmal am Tag wird alles gereinigt und die Müllabfuhr karrt den Unrat weg.

Doch dort schlafen oder duschen darf kein Flüchtling mehr. Die griechischen Behörden erlauben es nicht. Nur das Kinderzelt ist noch in Betrieb. Dort gibt es Bauklötze und Bilderbücher, dort wickeln Mütter ihre Säuglinge. Nebenan, in einem der leeren Wohnzelte, bolzen Knirpse einen Fußball hin und her. Helfer und Straßenhunde können nachts unbehelligt im Camp bleiben.