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Sachsen:Protest gegen Flüchtlinge

In Heidenau bei Dresden blockieren Neonazis die Zufahrtsstraße zu einer Asylunterkunft. Seit Tagen kommt es vor einem leer stehenden Baumarkt zu fremdenfeindlichen Versammlungen.

Mehrere Hundert Menschen haben am Freitagabend in Heidenau bei Dresden gegen die Unterbringung von Flüchtlingen im Ort demonstriert, unter ihnen viele Neonazis. Zeitweise wurde eine Zufahrtsstraße blockiert, um die Ankunft der Busse mit Flüchtlingen zu verhindern. Eine Gegendemonstration war zuvor mit Verweis auf zu wenig Polizeikräfte untersagt worden, berichtete der MDR. Seit Tagen regt sich Widerstand gegen die Pläne, 600 Asylbewerber in einem leer stehenden Baumarkt unterzubringen. Bereits am Mittwoch und Donnerstag war es zu fremdenfeindlichen Versammlungen gekommen. Der Landesdirektion zufolge ist der Baumarkt in Heidenau die 20. Außenstelle der Erstaufnahme in Sachsen. Der Landespolizei zufolge soll auf dem Gelände der Unterkunft künftig ein Wachdienst für Ordnung und Sicherheit sorgen. Außerhalb werde das Terrain von der Polizei überwacht.

Im Zuge der Flüchtlingsdebatte reist Kanzlerin Merkel am Donnerstag zu einer Westbalkan-Konferenz nach Wien, um mit den Regierungschefs der Region über den Zuzug von Asylbewerbern zu beraten. Innenminister de Maizière und sein französischer Kollege Bernard Cazeneuve wollen die EU-Mitglieder zu einer gemeinsamen Einstufung von "sicheren Herkunftsstaaten" drängen, wie sie am Donnerstag in Berlin ankündigten. Scharf kritisierte de Maizière die Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen in einer Unterkunft im thüringischen Suhl, bei denen in der Nacht zu Donnerstag 17 Menschen verletzt wurden. "Menschen, die bei uns Schutz erwarten", hätten sich "an deutsches Recht und Gesetz zu halten", sagte er.

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