Wir sind als Familie unterwegs. Das bin ich, 19 Jahre alt, meine große Schwester mit ihrem Baby, meine kleine Schwester, mein Bruder, Mama und Papa. Ich würde gerne nach Dortmund. Dort habe ich schon einen Freund, dem gefällt es da. In Aleppo habe ich Chemie studiert, nur ein Jahr, dann ging es nicht mehr wegen des Krieges. In Deutschland würde ich gerne weiter studieren, Chemie finde ich wirklich sehr spannend.

Wir sind jetzt schon eine ganze Weile unterwegs, ich weiß gerade gar nicht mehr, wie lange. Von Syrien sind wir nach Antalya, in die Türkei. Dort stiegen wir in ein Boot nach Griechenland. Es war ein sehr kleines Boot und wir waren sehr viele Menschen. Manche sind ins Meer gefallen, so voll war es. Wir sind auf die griechische Insel Rhodos gefahren. Dann ging es für uns weiter nach Athen. Von Griechenland bis hier nach Serbien haben wir eine Woche gebraucht. In Griechenland war die Polizei gut zu uns, aber in Mazedonien war es furchtbar. Die haben uns angebrüllt. Der Zug, mit dem wir hier angekommen sind, war auch furchtbar. Es war sehr, sehr eng, ich konnte mich kaum bewegen.

Mayar Hajjo, 19, aus Aleppo, Syrien

Bild: Elisa Britzelmeier 6. November 2015, 16:582015-11-06 16:58:01 © SZ.de