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Flüchtlinge auf der Balkanroute:Beschwerden lokaler Politiker

Auf der Strecke von Griechenland durch Mazedonien nach Serbien verkehren regulär drei Züge mit schätzungsweise 450 Plätzen täglich. Daneben gibt es eine internationale Zugverbindung aus Griechenland in Richtung Serbien.

Lokale Politiker beschwerten sich, von ihren Regierungen mit dem Flüchtlingsansturm alleingelassen zu werden. Der Bürgermeister der serbischen Stadt Kanjiza, Mihalj Bimbo, wurde grob ausfällig. "Diese Ausländer besitzen nicht die grundlegendsten Elemente allgemeiner Intelligenz und Kultur", behauptete er auf der Homepage seiner Gemeinde, die für die Flüchtlinge die letzte Station vor der Grenze zu Ungarn ist. Auch in Gevgelija würden sich die rund 10 000 Einwohner zunehmend fremdenfeindlich äußern, sagten Helfer.

Möglicherweise könnte es in den nächsten Wochen doch eine europäische Flüchtlingsstrategie geben, berichteten serbische Medien am Wochenende. Serbien könnte von Brüssel gedrängt oder mit Blick auf die anstehenden Beitrittsverhandlungen sogar gezwungen werden, Aufnahmelager für Zehntausende Flüchtlinge zu errichten, schrieben alle großen Zeitungen übereinstimmend.

Die EU hatte in der vergangenen Woche solche Pläne für angeblich 400 000 Menschen dementiert. Der serbische Arbeitsminister Aleksandar Vulin hatte solche Einrichtungen als "Konzentrationslager" bezeichnet und abgelehnt.

© SZ.de/dpa/segi
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