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Flixbus:Hauptsache Profit

Ein Unfall offenbart mangelndes Krisenmanagement.

Der Grad an schlechtem Krisenmanagement beim Omnibus-Marktführer Flixbus lässt sich exakt in Zahlen fassen. Am Sonntagabend um 19.10 Uhr verschickte die Nachrichtenagentur dpa die Meldung: Ein Toter und 13 Schwerverletzte bei Unfall auf A 9. Den Angaben der Polizei zufolge "überschlug sich der Bus des Unternehmens Flixbus". Vier Hubschrauber seien im Einsatz.

Wer allerdings nicht im Einsatz war, zumindest nicht erkennbar: Flixbus. Auf der Website und im Facebook-Angebot des Unternehmens war in den Stunden danach nichts zu finden. In jedem Landratsamt und bei etablierten Mobilitätsanbietern wie Bahn oder Lufthansa gibt es Krisenzentren, Notfallpläne, Telefonketten und dann sogleich Ansprechpartner und Infos für Angehörige. Auf der Seite des Unternehmens hingegen lauteten bis Montagvormittag die aktuellsten beiden Einträge: Kunden können nun per Apple Pay bezahlen. Und man plane die USA-Expansion. Deutlicher können Manager kaum darlegen, dass ihnen zuvorderst der Gewinn wichtig ist.

Für den Unfall kann die Firma wahrscheinlich nichts, Flixbus beauftragt Reiseunternehmen mit den Fahrten. Aber wer eine Flotte dirigiert, damit Geld verdient - aber keine Strategie für den Fall eines Unglücks hat, der verspielt das Vertrauen der Kunden.