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Finanzkrise in Griechenland:Gerüchte um Varoufakis Entmachtung

Unterdessen machten Gerüchte die Runde, Varoufakis drohe die Entmachtung. Das berichtete die Bild aus Athen, ohne allerdings klare Indizien dafür vorzulegen. In Athen traf sich Tsipras mit seinem Finanzteam und berichtete von seinem Besuch in Brüssel. Zudem wurde der EU-Gipfel in der kommenden Woche vorbereitet. Varoufakis, der bei einer Konferenz in Italien weilte, nahm an der Sitzung nicht teil. Das bedeute jedoch nicht, dass er entmachtet sei, hieß es aus Kreisen der Regierung.

Varoufakis macht sich mit Homestory zum Gespött

Abseits des Zwists zwischen Kammenos und Schäuble erntet der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis Spott und Kritik. Er hatte in der französischen Illustrierten Paris Match sein Leben auf Hochglanzbildern zur Schau stellen lassen. Darauf zu sehen: Varoufakis am Klavier, Varoufakis auf der Terrasse, Varoufakis mit Gattin am Abendbrottisch. Im Kurznachrichtendienst Twitter erhielt er dafür zahlreiche kritische Kommentare.

"Die humanitäre Krise in Athen", kommentierte Chris Giles vom britischen Wirtschaftsblatt Financial Times die Fotoreportage. Ähnlich ironisch fiel das Fazit von Simon Nixon von der US-Wirtschaftszeitung Wall Street Journal aus: "Krise, welche Krise?"

Warum "so kitschig"?

Beißender Spott kam von einem Twitter-Nutzer namens @MrJohnSarlis, der sich fragte, ob Varoufakis und seine Frau "die Aussicht von ihrer Terrasse zeigen, um sie zu vermieten". @lillyinfidel schrieb, ob die Foto-Reportage denn wirklich "so kitschig" habe sein müssen.

Andere Twitter-Nutzer erinnerten daran, dass der Wirtschaftswissenschaftler Varoufakis vor seiner Ernennung zum Finanzminister der linksgerichteten Syriza-Regierung sich selbst einmal als "gelegentlichen Marxisten" bezeichnet hatte.

Im scharfen Kontrast zu seiner Fotostrecke stehen dagegen Varoufakis' Äußerungen in Paris Match. "Ich misstraue dem Star-System", sagte er. "Dass ich nun Teil davon bin, ist für mich eine große Quelle der Besorgnis und der Unzufriedenheit." Er wolle sich aber nicht gegen dieses "Star-System" auflehnen, "denn es bekämpfen, heißt, es in Gang halten". Er könne "ihm nur den Sauerstoff entziehen", sinnierte der für seinen unkonventionellen Kleidungsstil bekannte Minister.