Die Deutsche Stiftung Patientenschutz wendet sich gegen Forderungen aus der Union, auch Immobilien wie das Eigenheim bei der Finanzierung von Pflegeleistungen einzubeziehen. Unionsfraktionsvize Albert Stegemann (CDU) hatte das am Donnerstag mit der Aussage begründet: „Ein Erbenschutzprogramm auf Kosten der Allgemeinheit kann es nicht geben.“
Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte dazu der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag, die Aussage sei diffamierend: „Erbenschutzprogramm ist eine bitterböse Formulierung. Sie hat das Zeug, zum Unwort des Jahres zu werden.“
Brysch wandte sich dagegen, Menschen zu bestrafen, die „die Tugenden des Sparens und Verzichts geübt haben, um sich eine Immobilie anzuschaffen“. Auch lenke die Forderung davon ab, dass in solchen Fällen „schon vorher das gesamte Barvermögen aufgebraucht wurde“. Kritik kam auch vom gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Christos Pantazis. Für viele Familien sei das Eigenheim keine Luxusreserve, „sondern Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit und ein zentraler Bestandteil ihrer Altersvorsorge“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Menschen erwarten zu Recht Verlässlichkeit und Sicherheit, wenn sie im Alter auf Pflege angewiesen sind - und nicht die Sorge, ihr Zuhause oder ihre Lebensleistung zu verlieren.“ Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, sagte den Funke-Zeitungen: „Forderungen nach immer mehr privater Vorsorge werden immer absurder und tatsächlich zynischer. Schon heute können sich viele Menschen Pflege nicht mehr leisten. Pflege macht heute schon arm.“