bedeckt München 20°

Finanziers der US-Republikaner:Millionen für die Kandidaten

Der Vorwahlkampf der Republikaner ist teuer. Daher erhalten die Kandidaten von konservativen Großspendern Millionensummen. Ihre Milliarden haben diese Geber mit Öl, Kasinos, Finanzspekulationen oder im Silicon Valley gemacht. Genauso unterschiedlich wie ihre Karrieren sind ihre politischen Prioritäten. Doch es eint sie ein Wunsch: die zweite Amtszeit Barack Obamas zu verhindern. Eine Übersicht über die einflussreichen Geldgeber.

Matthias Kolb, Washington

6 Bilder

To match USA-CAMPAIGN/ADELSON

Quelle: REUTERS

1 / 6

Der Vorwahlkampf der Republikaner ist teuer: Die Kandidaten erhalten von konservativen Großspendern Millionensummen. Ihre Milliarden haben diese Geber mit Öl, Kasinos, Finanzspekulationen oder im Silicon Valley gemacht. Genauso unterschiedlich wie ihre Karrieren sind ihre politischen Prioritäten. Doch es eint sie ein Wunsch: die zweite Amtszeit Barack Obamas zu verhindern. Eine Übersicht über die einflussreichen Geldgeber.

Der Besorgte: Kasino-König Sheldon Adelson ist der wohl bekannteste Einzelspender der Republikaner. Mit zehn Millionen Dollar hat der 78-Jährige Newt Gingrich vor dem Ende seiner Wahlkampagne bewahrt. Diese Spende entspricht aber gerade mal 0,044 Prozent seines Vermögens: Denn Adelson verfügt über 25 Milliarden Dollar und ist damit der achtreichste Mann der Welt. Er kam als Sohn osteuropäischer Juden in die USA und baute dort sein Vermögen auf. Laut Gingrich speist sich Adelsons Spendierfreude vor allem aus der Befürchtung, Iran könne Israels Existenz mit Atomwaffen bedrohen.

Celebrity Fight Night XVI - Inside

Quelle: AFP

2 / 6

Der Witzbold: "Kommen ein Konservativer, ein Liberaler und ein Moderater in eine Bar. Sagt der Barkeeper: Hallo Mitt!". Foster Friess liebt Witze und fördert Rick Santorum, den Kontrahenten Romneys. Mit ihm teilt er die strikte Ablehnung der Abtreibung und der Ehe zwischen Homosexuellen. Und auch zum Streitthema Verhütungsrezepte hat er einen Witz auf Lager: "Als ich jung war, haben die Mädchen Aspirin zur Verhütung verwendet. Sie steckten die Pillen einfach zwischen ihre Knie. Das war auch nicht teuer." Bisher hat er eine Million Dollar gespendet, ist aber zu mehr Schecks bereit, um Santorums Kulturkampf zu verlängern.

Co-Founder Of PayPal Discusses 'e21' Organization Dedicated To Economic Research

Quelle: AFP

3 / 6

Der Visionär: Der Gründer von PayPal Peter Thiel unterstützt Ron Paul. Im Dezember 2011 spendete er 900.000 Dollar an das Super-Pac "Endorse Liberty" - und hat nun nochmals 1,7 Millionen Dollar draufgelegt. Bereits 2008 hatte der Milliardär, der als erster externer Investor bei Facebook einstieg, Paul unterstützt; auch die Tea Party erhielt Geld von ihm. Der 45-jährige gründete Ende der Neunziger einen Investmentfonds und verhalf dem Bezahlsystem PayPal zum Durchbruch. Seitdem gilt er als Mann mit untrüglichem Gespür für Zukunftsideen. Ron Pauls Forderungen - Auflösung der Notenbank Fed, Rückkehr zum Goldstandard, Schließung aller US-Armeestützpunkte in aller Welt - wirken daher auf einen Mann wie Thiel längst nicht so verstörend oder revolutionär wie auf die meisten Amerikaner.

Hedgefonds-Manager John Paulson

Quelle: dpa

4 / 6

Der Manager: John Paulson ist einer der größten Spekulanten und Hedgefonds-Manager. Als einer der wenigen hatte er die US-Immobilienkrise vorausgesehen und allein 2007 2,3 Milliarden Dollar verdient. Mit einem Vermögen von 15,5 Milliarden Doller führt Forbes den 55-Jährigen auf Platz 18 der Liste der reichsten Amerikaner. "Ich unterstütze Kandidaten und Organisationen, die sich für den wirtschaftlichen Aufschwung in den USA einsetzen und Führungsstärke zeigen", teilte John Paulson in einem Statement an ABC News mit. Naheliegend also, dass er Mitt Romney, selbst Finanzinvestor und Multimillionär, unterstützt. Eine Million Dollar hat Paulson zu den 37 Millionen beigesteuert, über die das Romney naheliegende Super-Pac "Restore our Future" verfügt.

Republican Presidential Candidate Mitt Romney Campaigns In Michigan Ahead Of State's Primary

Quelle: AFP

5 / 6

Der Spendable: Nicht nur Mitt Romney profitierte von Howard C. Simmons Spendierfreude. Der Self-Made-Milliardär aus Texas überwies 10 Millionen Dollar an das Super-Pac "American Crossroads", das sich für konservative Belange einsetzt. Dem nicht genug verteilte der Investment-Banker aus seinem Vermögen von 9,3 Milliarden Schecks an Rick Perry, an das Super-Pac von Newt Gingrich sowie an Mitt Romney. Simmons setzt seine Milliarden schon seit langem für die Republikaner ein. So finanzierte er 2004 mit zwei Millionen Dollar die "Swift Boat Veterans"-Kampagne, die das Image des demokratischen Bewerbers John Kerry als Held des Vietnamkriegs beschädigen sollte.

-

Quelle: AFP

6 / 6

Die Einflussreichen: Die Brüder David und Charles Koch . Die beiden kontrollieren mit Koch Industries eine Firma, die in der Öl-, Chemie- und Kunststoffbranche einen Jahresumsatz von 100 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Noch haben sie sich nicht auf einen Kandidaten festgelegt vergeben ihre Gelder daher weit verstreut. Sie finanzieren eine Vielzahl von Think-Tanks und unterstützen konservative und wirtschaftsfreundliche Politiker. Die Brüder haben Interesse an einem schlanken Staat, der Unternehmen freie Hand gibt. Zwar teilt David Koch wenige der ultrakonservativen Werte, unterstützte die Tea-Party aber trotzdem. Laut wissenschaftlicher Recherchen kommt kein Kandidat mehr ohne das Wohlwollen der Kochs aus. Anscheinend sind sie für 2012 bereits, um die 200 Millionen Dollar zu spenden.

© Süddeutsche.de/reuters/afp/dpa/sana
Zur SZ-Startseite