Festnahmen in NRW und Niedersachsen:Schlag gegen türkische "Volksbefreiungsfront"

Die Bundesanwaltschaft hat vier mutmaßliche Führungsmitglieder der türkischen "Revolutionären Volksbefreiungsfront" festnehmen lassen. Mehrere Wohn- und Vereinsräume in Deutschland und im Ausland sind durchsucht worden.

Die deutschen Sicherheitsbehörden sind gegen die türkische Gruppierung "Revolutionäre Volksbefreiungsfront" (DHKP-C) vorgegangen. Zwei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 33 und 47 Jahren, die dem Führungskader der marxistischen Gruppe zugerechnet werden, seien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen festgenommen worden, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Zudem seien mehrere Wohn- und Vereinsräume in Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden durchsucht worden.

Die DHKP-C strebt die gewaltsame Machtübernahme in der Türkei an. Das Geld für den Kampf wird unter anderem in Deutschland gesammelt. Der Generalbundesanwalt ging gemeinsam mit mehreren Landesbehörden vor. Ein Mann und eine Frau wurden nach Haftbefehlen des Bundesgerichtshofes in Niedersachsen festgenommen. Dabei waren auch Beamte der Polizeipräsidien Hagen und Wuppertal im Einsatz. In Nordrhein-Westfalen wurden ein 33 Jahre alte Frau und ein 47-jähriger Mann festgenommen. Das Oberlandesgericht Düsseldorf ordnete zudem die Durchsuchung von 23 Räumlichkeiten an. Darunter waren auch Wohnungen von vier weiteren Beschuldigten.

Die vier Festgenommenen sollen überwiegend in Nordrhein-Westfalen Geld für die Gruppe gesammelt und weitergeleitet haben. Über die Höhe der Summe wurde nichts bekannt. Die weiteren Ermittlungen liegen in der Hand des Bundeskriminalamtes sowie der Landeskriminalämter in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hamburg.

Der DHKP-C werden seit ihrer Gründung 1994 mehrere Tötungsdelikte sowie etliche Brand- und Sprengstoffanschläge zur Last gelegt. Dafür soll sie auch Selbstmordattentäter eingesetzt haben. Zuletzt hat sich die Gruppe zum Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara am 1. Februar 2013 bekannt. Dabei wurde der Attentäter und ein Wachmann getötet sowie drei weitere Menschen verletzt.

© Süddeutsche.de/dpa/mane/sana
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