MarineFestnahmen wegen Verdachts der Sabotage an Kriegsschiffen

Lesezeit: 1 Min.

Schiffe der Deutschen Marine, darunter die Korvette  Emden , in einer Werft in Hamburg.
Schiffe der Deutschen Marine, darunter die Korvette Emden, in einer Werft in Hamburg. Marcus Brandt/dpa

Zwei Männer werden verdächtigt, mehrere Korvetten der Deutschen Marine im Hamburger Hafen sabotiert zu haben. Sie sollen Motoren, Wasserleitungen und Elektronik beschädigt haben.

Wegen des Verdachts der Sabotage an einem Schiff der deutschen Marine sind Haftbefehle gegen zwei Männer vollstreckt worden. Die Festnahmen erfolgten in Hamburg und in Griechenland, wie die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg mitteilte. Bei den Verdächtigen handele es sich um einen 37-jährigen Rumänen und einen 54-jährigen Griechen.

Den Angaben nach wurden auch Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg, Rumänien und Griechenland durchsucht. Neben der europäischen Justizbehörde Eurojust in Den Haag waren das Landeskriminalamt Hamburg sowie griechische und rumänische Strafverfolgungsbehörden beteiligt. Die beiden Tatverdächtigen sollen im vergangenen Jahr während ihrer Tätigkeit im Hamburger Hafen an mehreren Korvetten Sabotagehandlungen vorgenommen haben. Die Schiffe lagen demnach auf einem Werftgelände und waren für die Deutschen Marine bestimmt.

Sie sollen, teils allein, teils gemeinsam, über 20 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock eines der Schiffe eingebracht, Frischwasserleitungen zerstochen, Tankdeckel von Treibstofftanks entfernt und Sicherungsschalter der Schiffselektronik deaktiviert haben. Wären die jeweiligen Sabotagehandlungen unentdeckt geblieben, hätten sie zu erheblichen Schäden an den Schiffen oder jedenfalls zu deren verspätetem Auslaufen geführt. Das hätte die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die Schlagkraft der Truppe gefährden können, hieß es weiter. Im Zuge der Ermittlungen wird auch die Frage möglicher Auftraggeber der Beschuldigten geprüft.

ExklusivRüstung
:Sabotageverdacht auf der Werft

Blohm+Voss in Hamburg baute die neue Korvette „Emden“ für die deutsche Marine. Nach Recherchen von SZ und WDR besteht nun der Verdacht, dass der Einsatz des Kriegsschiffes gezielt verhindert werden sollte.

SZ PlusVon Florian Flade, Jörg Schmitt und Sina-Maria Schweikle

Der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, hatte im Februar vergangenen Jahres berichtet, Saboteure hätten in mehr als einem Fall gezielte Schäden an Kriegsschiffen in Deutschland angerichtet.
Es gebe „auf mehr als einer Einheit Zerstörung, also Sabotage“, sagte der Vizeadmiral bei den „Navy Talks“ in Berlin. In den Werften seien darauf entsprechende Maßnahmen getroffen worden. WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung hatten damals berichtet, die Korvette Emden, die von der Hamburger Werft Blohm+Voss gebaut, aber zunächst nicht an die Marine ausgeliefert wurde, sei ein Sabotage-Ziel gewesen.

Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft sagte der dpa, die Geschehnisse auf der Emden seien Gegenstand der Ermittlungen, der Haftbefehl beziehe sich jedoch auf eine mutmaßliche Handlung an einem anderen Schiff.

© SZ/dpa/nadl - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Bundeswehr
:Ein Drohnen-Deal mit Peter Thiel?

Die Truppe schafft für 600 Millionen Euro Kampfdrohnen an. Dabei kommt wohl auch ein Start-up zum Zug, an dem der Tech-Investor und Trump-Unterstützer beteiligt ist. Das dürfte Diskussionen geben.

SZ PlusVon Thomas Fromm und Georg Ismar

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: