Wie beginnt es, dass man sich fremd wird? Als sie vor 52 Jahren in einer winzigen Münchner Wohnung die Köpfe zusammensteckten, über ungleiche Löhne schimpften, über schlechten Sex, über die Männer überhaupt, hatte sich Karin Howard mehr erhofft von der Zukunft, von der Gesellschaft, den Politikern. Aber auch von den Frauen. Schlauer, freier, weiter sollten wir heute sein. Sie schaut jetzt an diesem Februarnachmittag auf die Metallbuchstaben des Hollywood-Zeichens drüben auf den "Hills", eine ständige Erinnerung daran, wohin sie es geschafft hat, und sagt: "Vielleicht hat der Feminismus auch einen kleinen Rückschritt gemacht."
FeminismusGute Feministin, schlechte Feministin
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Karin Howard kämpfte mit Alice Schwarzer für Gleichberechtigung, ein liberales Abtreibungsrecht - und schockte damit die Männer. Heute schaut sie eher irritiert auf den Kampf junger Frauen und fragt sich: Worum geht's eigentlich?
Von Marlene Knobloch, Los Angeles

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