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Landtagswahl in Sachsen:FDP-Landesvorstand tritt zurück

Sächsischer FDP-Landesvorstand kündigt Rücktritt an

Holger Zastrow, Spitzenkandidat der FDP für die Landtagswahl in Sachsen, verlässt bei der Wahlparty seiner Partei die Bühne.

(Foto: dpa)
  • Die FDP hat bei der Landtagswahl in Sachsen am Samstag zum zweiten Mal in Folge den Einzug in den Landtag verpasst.
  • Der Landesvorstand übernimmt für die Schlappe die Verantwortung und tritt zurück.

Nach dem neuerlichen Scheitern der sächsischen FDP bei der Landtagswahl hat der gesamte Parteivorstand der Liberalen am Montag seinen Rücktritt angekündigt. Eine Neuwahl soll am 2. November erfolgen, sagte Generalsekretär Torsten Herbst. Parteichef Holger Zastrow ziehe sich damit zurück. Der Vorstand übernehme die Verantwortung für das Ergebnis der Landtagswahl.

Die FDP hatte am Sonntag zum zweiten Mal in Folge den Einzug in den Landtag des Freistaates verpasst. Sie kam auf 4,5 Prozent der Stimmen, 2014 hatte es für die frühere Regierungspartei nur 3,8 Prozent gegeben. Im Parlament in Dresden bleiben CDU, AfD, Linke, Grüne und SPD. CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer ist gerade auf der Suche nach Bündnispartnern, da die bisherige große Koalition keine absolute Mehrheit im Parlament mehr hat. Erwartet wird, dass CDU, SPD und Grüne Sondierungsgespräche für eine sogenannte Kenia-Koalition führen. Auch in Brandenburg hat es die FDP nicht in den Landtag geschafft.

Für die FDP haben vor allem jüngere Wähler und Selbstständige gestimmt. Hätten nur Menschen unter 60 gewählt, wäre ihr der Wiedereinzug in den Landtag gelungen. FDP-Chef Christian Lindner bescheinigte seiner Partei deshalb am Montag eine "Ü60-Schwäche".

1999 war die sächsische FDP nach einem historischen Tief von 1,1 Prozent der Zweitstimmen beinahe auseinandergebrochen. Der damals 30 Jahre alter Holger Zastrow übernahm die Partei und führte sie fünf Jahre später in den Landtag zurück. 2009 erreichte die FDP mit 10,0 Prozent der Stimmen ein Rekordergebnis und wurde Juniorpartner der CDU in der ersten und bislang einzigen schwarz-gelben Koalition im Freistaat.

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