FDP in Baden-Württemberg:Sichtbar bleiben

Härtetest für die Liberalen in Baden-Württemberg: Zuletzt waren die FDP-Wahlergebnisse hoch wie nie, doch bei den Landtagswahlen Ende März geht es nun vor allem darum, nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Roman Deininger

Er werde, gelobte Ulrich Goll kürzlich, "nicht den Fehler machen, unliebsame Umfragewerte nicht zur Kenntnis zu nehmen". Ganz trauen will der Spitzenkandidat der baden-württembergischen FDP den aktuellen Zahlen aber nicht: "Eine Partei kann nicht im einen Moment stark sein und im nächsten von der Bildfläche verschwinden."

FDP-Politiker staerken Westerwelle den Ruecken

In der FDP Baden-Württemberg erklärt man das aktuelle Umfragetief gern mit einem einzigen Wort: Berlin.

(Foto: dapd)

Um nicht weniger geht es für die FDP bei der Landtagswahl am 27. März, wenn man, anders als Goll, den Umfragen traut: Darum, nicht von der Bildfläche zu verschwinden. An der Fünf-Prozent-Hürde notierten die Liberalen vor Weihnachten, bisweilen darunter.

Dabei war die FDP in Baden-Württemberg zuletzt tatsächlich so stark wie noch nie: 18,8 Prozent der Zweitstimmen holte sie bei der Bundestagswahl 2009, bei der Landtagswahl 2006 kam sie auf 10,7 Prozent. Nun hängt an ihrem Abschneiden wohl nicht nur die Zukunft der schwarz-gelben Koalition von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU), sondern auch das Schicksal des Bundesparteichefs Guido Westerwelle.

Am Dienstag begann in der Stuttgarter Liederhalle der Landesparteitag der FDP, er soll einen Wahlkampf einläuten, in dem sich der kleine Partner als "Motor" des Bündnisses mit der großen CDU präsentiert, etwa in der Bildungspolitik. Ein Plakat, das Justizminister Goll auf seinem Motorrad zeigt, war den Parteistrategen dann aber doch der Offensive zu viel.

Die Landes-FDP ist um Nüchternheit bemüht, das Umfragetief wird gern mit einem einzigen Wort erklärt: Berlin. Das Aufbegehren gegen Westerwelles Politikstil ging auch vom Ländle aus. Zum Parteitag scheint die Landesvorsitzende Birgit Homburger, als Fraktionschefin im Bundestag selbst in Verantwortung, die Kritiker indes eingebremst zu haben. Sie sagt: "Wir werden mit dem Parteivorsitzenden in den Wahlkampf ziehen und mit ihm gewinnen."

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