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FDP-Parteitag: Guido Westerwelle:Selbstkritik à la Westerwelle

"Ich werfe mir lediglich vor, das wir zuwenig von dem, was wir uns vorgenommen haben, durchgesetzt haben." Das ist die Selbstkritik à la Westerwelle.

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Zwar fehlen Standardsätze wie "Leistung muss sich wieder lohnen" oder "mehr Netto vom Brutto". Es ist keine Rede von den Steuern, die "einfach, niedrig und gerecht" sein müssten. An eines aber glaubt Westerwelle offenbar immer noch. Die FDP ist ihrem Begriff von Freiheit eine Partei "für das ganze Volk". Weil sie gut sei für alle. Das ist - gelinde gesagt - eine mutige Aussage für eine Partei, die kaum mehr fünf Prozent der Wähler erreicht.

Für Westerwelle ist das anscheinend kaum mehr als eine temporäre Verschiebung im Raum-Zeit-Kontinuum. Freiheit habe mal bessere und hat mal schlechtere Konjunktur, sagt Westerwelle und zitiert Stefan Zweig: "Geschichte ist Ebbe und Flut, ewiges hinauf und hinab." So ist eben die Welt. Ob mit oder ohne Guido.

Und jetzt geht es eben ohne Westerwelle weiter. Der erlaubt sich noch einen Scherz zum Schluss und adaptiert einen vielzitierten eigenen Satz: "Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt. Und das bin ich - nicht mehr."

Dann verlässt er das Pult, an dem er zum letzten Mal als Bundesvorsitzender der Freien Demokraten gesprochen hat. Die Delegierten, das Präsidium, der Parteivorstand, alle applaudieren. Lange und anhaltend. Nur begeistern lassen wollten sie sich offenbar von Westerwelle nicht mehr.

Hermann Otto Solms klatscht im müden Zwei-Sekunden-Takt und liest dabei in irgendwelchen Unterlagen. Fröhliche "Guido-Guido"-Rufe bleiben aus. Irgendwann ebbt der Applaus ab. Er war lediglich ein Zeichen des Anstandes und des Respekts. Respekt fordert danach auch sein designierter Nachfolger Philipp Rösler für Westerwelle ein. Wohl um zu verhindern, dass die Generaldebatte nicht zu einem Tribunal wird für seinen Vorgänger. Und so dankt ihm, trotz vieler kritischer Stimmen, einer nach dem anderen für seine Arbeit.

Einer muss sich keine Sorgen machen, dass Westerwelle ihm als Außenminister noch das Leben schwermachen könnte. Rösler selbst. "Ich werde meinem Nachfolger nicht ins Lenkrad greifen", kündigt Westerwelle an. Wie soll er auch. Er sitzt nicht mehr mit im Auto.

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